Abstand von unserer fordernden Welt finde ich nicht nur, während ich auf meinem Motorrad sitze, sondern auch wenn ich dadurch unheimlich tolle und einzigartige Menschen kennen lerne. Menschen, die ein Leuchten in den Augen haben, wenn sie vom Biken erzählen. Ein Leuchten, welches mich Hektik und Stress des Alltags sofort vergessen lässt. In meiner neuen Kategorie „Motorradmenschen“ möchte ich euch daran teilhaben lassen. Dort stelle ich euch ab sofort Motorradfaher/-innen vor, welche mich auf ihre ganz besondere Art und Weise inspirieren und motivieren.

Den Anfang macht kein Geringerer als Hajo – der Gründer der „Motorradfreunde im Leipziger Neuseenland“. Hajo versteht sich nicht nur als leidenschaftlichen Biker. Er nutzt erfolgreich sein Organisationstalent und seine Geselligkeit, um Motorradfahrer aller Art zusammen zu bringen. In einem Interview habe ich ihm dazu Fragen gestellt und freue mich, seine spannenden Antworten nun mit euch teilen zu können:

Motorradmieze: Kennen gelernt haben wir uns natürlich – wie sollte es auch anders sein 😉 – über unser gemeinsames Hobby Motorrad fahren. Genauer gesagt über einen Freund, der uns zu einer der Ausfahrten eingeladen hat, die du organisiert. Mittels deines Engagements „Motorradfreunde im Leipziger Neuseenland“ bringst du Biker aller Art zusammen. Wodurch ist diese Idee entstanden und wie lange gibt es euch schon?

Hajo: Erst einmal bedanke ich mich für dein Interesse an dem Projekt „Motorradfreunde im Leipziger Neuseenland“.

Ja stimmt, durch einen gemeinsamen Kumpel haben wir uns kennengelernt. Die Idee hinter der ganzen Sache ist eigentlich ganz einfach. Ich hatte schon immer Bock was zu organisieren. Als ich „früher“ immer so alleine – oder mit ein bis zwei Kumpels – in der Gegend herumgefahren bin, ist vor nunmehr 3 Jahren die Idee geboren, das leidenschaftliche Hobby „Motorradfahren“ mit meiner Liebe zur wunderschönen Heimat, dem „Leipziger Neuseenland“ zu verbinden.

Mein Ziel ist es, ganz einfach gesagt, Touren und Veranstaltungen im und um das Leipziger Neuseenland zu organisieren. Ich möchte Motorradfahrer/-innen verbinden, um gemeinsam zum Thema „Motorrad“ ins Gespräch zu kommen und die vielfältigen Erfahrungen Aller auszutauschen. Das ist die Idee hinter meinem Projekt.

Aufgrund des großen Interesse sind wir seit 2 Jahren online und haben unsere eigene Homepage. Das Ziel hierbei ist, uns besser vor- und darzustellen und unsere Ausfahrten und Veranstaltungen ausschaulicher zu machen. Ab einer gewissen Reichweite reicht Whatsapp und Facebook einfach nicht mehr aus ;-).

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Ausfahrten gemeinsam erleben und Freundschaften knüpfen; © Motorradfreunde im Leipziger Neuseenland
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Jeder ist Herzlich Willkommen; © Motorradfreunde im Leipziger Neuseenland

 Motorradmieze: Kann sich bei euch jeder Motorradfahrer einklinken, der die Lust und Laune nach Gemeinschaft verspürt?

Hajo: Ja, aber natürlich. Bei uns ist jeder/jede Motorradfahrer/-in Herzlich Willkommen. Dabei spielt das Alter und Geschlecht keine Rolle. Und welche Maschine jeder fährt ist auch egal.

Aus Organistions- und Planungsgründen ist es jedoch so, dass man sich bei uns via Homepage zur Veranstaltung anmelden sollte. Schlecht wäre es z.B., wenn sich über Facebook 10 Personen zu einer Aufahrt angemeldet haben und auf einmal stehen 40 voll motivierte Motorradfreunde da und warten, dass es los geht.

Da man nie auslernt und sich dieses Szenario anfangs ergab, lernten wir daraus. Demzufolge ist das Einzigste, was jeder Interessierte machen müsste, sich über die Homepage (den Veranstaltungskalender) anzumelden. Dies geht natürlich auch kurzfristig – alles kein Problem. Diese Vorgehensweise erleichtert uns die Planung enorm und wir können entsprechend der Gruppengröße die Rahmenbedingungen anpassen, wie z.B. die Anzahl der Blocker.

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Reifenworkshop in der BMW Niederlassung Leipzig; © Motorradfreunde im Leipziger Neuseenland
Motorradfreunde im Leipziger Neuseenland
Auch abseits der Straßen und der Saison wird der Zusammenhalt groß geschrieben; © Motorradfreunde im Leipziger Neuseenland

Motorradmieze: Du steckst unheimlich viel Zeit und Leidenschaft und in die Gruppe und damit in die Organisation von Motorradtouren, Stammtisch- sowie Grill-Abenden und Seminaren. Was treibt dich dabei immer wieder an und was macht dir am meisten Spaß an diesen Projekten?

Hajo: Klar, in dem Projekt, das kennst du sicher auch, steckt sehr viel Zeit und Aufwand – aber das Wichtigste ist, dass es für mich eine absolute Herzensangelegenheit ist, welche ich mit voller Überzeugung betreibe und bei der man schon mal die Zeit vergessen kann. Am Ende jeder Ausfahrt bin ich glücklich, wenn alle Anderen glücklich sind.

Was mich an der ganzen Sache so begeistert ist, dass wir Organisatoren, ab einer bestimmten Zeit geht es einfach nicht mehr allein, wie eine Familie geworden sind. Jeder vertraut jedem und wir verstehen uns blind. An der Stelle möchte ich mich bei unserem ORGA-Team bedanken, ohne euch wäre das alles nicht möglich!

Ich freu mich natürlich auch immer über Lob und auch gern nehm ich Kritik auf, denn nur aus der kann man lernen. Aber mir ist sehr wichtig, dass sich jeder/jede Teilnehmer/-in zu unseren Veranstaltungen wohl fühlt. Ein Lachen sagt mehr aus Tausend Worte. Die Zeit in den Pausen einer Tour ist leider oft begrenzt und ich kann nicht immer mit allen reden, aber ich schaue viel in die Gesichter der Teilnehmer/-innen. Der „Daumen Hoch“ ist immer dabei und das Lächeln blitzt hinter jedem Helm hervor.

Vor, während und kurz vor dem Ende der Ausfahrten gibt es bei uns immer eine Vorstellungs- und Tourvorstellungsrunde. Hierbei gehen wir auf einzelne wichtige Sachen nochmal genauer ein und beantworten stets die Fragen der Teilnehmer.

Und da die Zeit während der Tour für Kommunikation sehr begrenzt ist, organisieren wir auch zahlreiche Veranstaltungen „fern ab der Straße“. Bei unseren jährlichen Grillfesten und der schon traditionellen Wochenendausfahrt in den Spreewald lernen sich die Motorradfreunde besser kennen. Schön zu sehen, wie sich Freundschaften – auf  Grundlage der Idee „Motorradfreunde im Leipziger Neuseenland“ von vor 3 Jahren – bilden. Und auch in der Winterzeit versuche ich alle interessierten Biker/-innen durch Veranstaltungen wie Brunch, Weihnachtsbowling, GoKart oder Seminaren zusammenzuhalten.

Das alles ist es wert, die Zeit und den Aufwand mal auszublenden und ist zugleich immer wieder genug Antrieb für weitere Ideen und Projekte.

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Ein guter Kaffe und ein leckeres Stück Kuchen – ein Muss auf jeder Ausfahrt; © Motorradfreunde im Leipziger Neuseenland
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Bikeshooting vor dem BELANTIS Verknügungspark; © Motorradfreunde im Leipziger Neuseenland

Motorradmieze: Was fasziniert dich persönlich am Motorrad fahren? Wie bist du eigentlich dazu gekommen?

Hajo: Eine schöne Frage. Ich erinner mich gern an meine Kindheit zurück. Auf dem Parkplatz am Badesee waren alle Motorräder in einer Linie aufgestellt und ich sagte als kleines Kind zu meiner Mama: „Sowas will ich auch haben“. Da war es um mich, den 7-jährigen Jungen, schon geschehen.

Die Simson startete ich mit 16, den „großen“ Motorradführerschein machte ich mit 23, und schon damals war es ein geiles Gefühl. Nunmehr fahre ich seit 10 Jahren aktiv Motorrad und ich möchte kein Jahr missen.

Was mich fasziniert? Ich beschreibe es mit einem Wort – Freiheit.

Ich verfolge immer deinen Blog, Marie, und wenn ich so deine Zeilen lese, wie froh und glücklich du dich auf dem Motorrad fühlst, kann ich mich so gut in deine Gedanken hineinversetzen. Es ist ganz einfach ALLES; das Gas geben, das Bremsen, die Kupplung betätigen und die Kurven fahren – alles verbunden mit der Landschaft und der frischen Luft – was mich seit Jahren am Motorradfahren fasziniert. Dazu sich mit Gleichgesinnten auf ein Eis oder einen Kaffee treffen und sich über die letzte Kurve oder die Reifenwahl zu unterhalten ist einfach das, was mich total fasziniert.

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Gemeinsam durch dick und dünn; © Motorradfreunde im Leipziger Neuseenland

Motorradmieze: Welches Motorrad würdest du unbedingt mal fahren wollen?

Hajo: Die Frage kann ich dir aus meiner aktuellen persönlichen Sicht ganz gut beantworten. Angefangen hatte ich mit einer Honda CBR 600F, welche als Einstiegsmotorrad für mich perfekt war. Da ich mein Augenmerk eher auf sportliche Motorräder lege, hatte ich mir 2015 eine Italienerin gekauft, eine Aprilia RSV4.

Marie, das hattest du bei unserem Treffen auch von deiner Yamaha erzählt. Man setzt sich auf das Motorrad und fühlt sich sofort wohl; fährt, als wenn man schon immer mit der Maschine unterwegs ist und steigt ab, obwohl man noch ewig weiterfahren könnte. Ein Wahnsinn was die Italiener da gebaut haben.

Jedoch, es gibt auch viele viele andere schöne Motorräder. Bei unseren Ausfahrten sind die verschiedensten Maschinen dabei. Letztens z.B. bin ich auf einer GS als Sozius mitgefahren, auch toll, keine Frage. Die verschiedensten Maschinen bei unserern Ausfahrten sind immer wieder schön anzusehen.

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Abschlusstour der Saison 2016; © Motorradfreunde im Leipziger Neuseenland

Motorradmieze: Gibt es einen Traum, den du mit den „Motorradfreunden im Leipziger Neuseenland“ gerne irgendwann verwirklichen würdest? Ein bestimmtes Projekt oder ein persönliches Anliegen?

Hajo: Ein Traum ist für mich schon in Erfüllung gegangen – die „Motorradfreunde im Leipziger Neuseenland“ wachsen ständig und es entstehen Freundschaften. Der Wunsch mit diesem Projekt Leute zu erreichen, die alle das gleiche Ziel haben, nämlich Motorrad zu fahren, ist in den letzten Jahren in Erfüllung gegangen. Hierbei kann ich mich frei entfalten und Personen damit begeistern und faszinieren. Das war und wird immer mein persönliches Anliegen sein. Erwartungen an die Zukunft hab ich keine – ich lass einfach alles auf mich und uns zukommen.

Aktuell bin ich auf der Suche nach Partner & Sponsoren, denn so ein Projekt ist natürlich immer mit finanziellen Mitteln verbunden. Da mir das ganze Projekt sehr am Herzen liegt habe ich vielleicht den einen Wunsch, gute und zuverlässige Partner für weitere Ideen zu finden. Denn Ideen habe ich genug, meistens scheitert es an der Zusammenarbeit, der gegenseitigen Unterstützung und den finanziellen Mitteln.

Projekte wie die „Rennleitung 110“ verfolge ich mit großem Interesse. Eine Zusammenarbeit hierbei kann ich mir sehr gut vorstellen.

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Gemeinsames Wochenende im Spreewald; © Motorradfreunde im Leipziger Neuseenland

 

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Bikeshooting vor dem Leipziger Völkerschlachtdenkmal; © Motorradfreunde im Leipziger Neuseenland

Motorradmieze: Die vergangenen Jahre hast du schon allerhand auf die Beine gestellt. Welche Highlights sind für 2017 geplant?

Hajo: Danke Marie. Gemeinsam mit unserem ORG-Team haben wir uns für 2017 wieder tolle Ziele und Routen ausgedacht. Einerseits stehen neue Ziele wie Fichtelgebirge oder Bad Schandau auf dem Programm. Andererseits werden wir auch wieder bekannte Ziele wie „Kyffhäuser“ oder „Spreewald“  ansteuern, um allen die vielleicht 2015 oder 2016 nicht teilnehmen konnten, die Möglichkeit zu geben bei den schönen Touren mitzufahren.

Ebenso finde ich es sehr wichtig Touren im Leipziger Neuseenland zu organisieren. 2016 fanden hierzu 2 Neuseenland-Touren statt, mit dem Ziel die Strecken rund um das Neuseenland, mit Highlights wie „Lagovida“ oder „Kap Zwenkau“, den Ortsfremden zu zeigen. Ein Teilnehmer sagte mal freudestrahlend zu mir: „Mensch Hajo, ich wohne schon seit über 35 Jahren hier, aber an den Punkten heute war ich noch nie“.  Da auch diese Touren gut angenommen werden, wird es natürlich auch 2017 solche Ausfahrten geben.

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Die Motorradfreunde sind nirgends zu übersehen; © Motorradfreunde im Leipziger Neuseenland

Motorradmieze: Und nun noch zum Schluss – wann wird es endlich Aufnäher der „Motorradfreunde im Leipziger Neuseenland“ geben ;o)?

Hajo: Haaaaaahaaaaaa die Frage ist pure Ironie :-). Wir bieten zahlreiche Artikel an. Angefangen vom Babystrampler über T-Shirts für Kinder und Biker/-innen, bis hin zum Hoodie, Pullover, Softshelljacke oder Kaffeetasse. Bedruckt mit dem individuellen Namen – alles ist möglich. Aber Aufnäher oder dergleichen wird es bei uns niemals geben!

Zur Zeit planen wir ein kleines Begrüßungsgeschenk für jeden Tourteilnehmer – lass dich überraschen :-).

Vielen Dank für deine Fragen. Ich freue mich auf eine gute Zusammenarbeit, Marie.

Mit freundlichen Bikergrüßen

Hajo

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