Wir alle versuchen etwas zu kontrollieren, was nicht zu kontrollieren ist: das Leben. In wenigen Worten lässt sich genau deswegen meine Leidenschaft für’s Motorrad fahren nicht beschreiben. Denn sie ist zwang- und bedingungslos, ja – ebenso fast unkontrollierbar.

Oft werde ich gefragt, warum ich mich für dieses Hobby entschieden habe und vor allem warum ich dabei so viel Spaß empfinde. Dazu habe ich mir in letzter Zeit viele Gedanken gemacht und versuche es nun in Worten auszudrücken.

Ich liebe die Beschleunigung

Hohe Geschwindigkeiten sind nicht das, was mich am Motorrad fahren allein begeistert. Viel mehr ist es der Moment der Beschleunigung. Manchmal fühle ich mich dabei wie ein kleines Kind, wenn es mich packt und ich einfach nur „davonbrausen“ will. Genau das fühlt sich nach Leben an – mühelos und sicher zugleich. Trägheit und Zwänge gibt es dann nicht mehr. Nichts hält mich fest, nichts zerrt an mir – das ist die absolute Freiheit. Das ist das Gefühl von: ich kann tun und lassen was ich will! Das ist das Gefühl von: genau für diesen Augenblick zu leben!

Warum ich Motorrad fahren liebe

Die Gemeinschaft macht mich glücklich

Eigentlich bin ich ein schüchterner Mensch und oftmals verwechseln andere meine zurückhaltende Art leider mit Arroganz. Dabei fällt es mir manchmal einfach schwer auf andere zuzugehen, wenn ich erst einen Bezugspunkt finden muss um bspw. ein Gespräch aufzubauen. Seitdem ich Motorrad fahre und viele unterschiedliche und einzigartige Menschen dadurch kennen lerne, kann ich damit viel lockerer umgehen. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die Gemeinschaft der Motorradfahrer zumeist wirklich offen und familiär ist. Alle mit ihrer eigenen Geschichte, alle mit ihrer eigenen Intention aufs Bike zu steigen. Genau diese Gespräche und, dass ich in diesen Gemeinschaften so viele gute und ehrliche Herzensmenschen kennen lerne – ja, das macht mich verdammt glücklich.

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Konzentration und Loslassen zugleich

Tausend Gedanken im Kopf, hundert Dinge zu erledigen, Stress und Hektik im Alltag. Auch ich kann mich dem nicht verwehren. Während ich im „normalen Leben“ gerne viele Dinge gleichzeitig erledige, deswegen aber auch oft unkonzentriert bin und mich leicht ablenken lasse, zwingt mich mein Motorrad genau diese schlechte Eigenschaft abzulegen und einfach mal tief durchzuatmen. Wenn ich auf meinem Motorrad sitze und mir mein Leben lieb ist, dann MUSS ich zu 100% konzentriert sein. Helm auf, Motor an, Welt aus! Und genau dieser Fokus lässt mich alles andere um mich herum vergessen; ich lasse los. Gedanken, Sorgen, Stress. Genial! Das ist Anstrengung und Erholung zugleich. Das ist wie eine Art Zwangstherapie ;-).

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In der Natur fühle ich mich zu Hause

Tief in meinem Herzen bin ich kein urbaner Mensch. Ich wohne zwar am Rande der wohl schönsten Stadt Sachsens, allerdings zieht es mich immer wieder in die weite Natur. Ich genieße es unheimlich durch stimmungsvolle Wälder und eindrucksvolle Landschaften zu fahren. Der Duft von Fichtennadeln. Die untergehende Sonne im Weizenfeld. Der Wind, der mir entgegenschlägt. Dort kann ich mich erden, zur Ruhe kommen und Kraft tanken. Was gibt es Schöneres als sich die frische Luft um die Nase wehen zu lassen oder einen lauen Sommerabend auf dem Motorrad zu genießen? Genau hier muss ich nichts sein, ich muss nichts darstellen oder beweisen. Im Einklang mit dem Ursprung Mutter Natur.

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Halb Mensch, halb Maschine

Wer das Motorrad gefunden hat, auf dem er sich pudelwohl fühlt, wird mir bestätigen können, dass dieses spezielle Gefühl mit der Maschine eins zu werden von fast nichts übertroffen werden kann. Man kuppelt, man gibt Gas, man gibt Impulse. Immer und immer wieder. Zwei rotierende Reifen, dazwischen ein Motor. Und dabei spürt man kaum noch, wo der eigene Körper endet und wo die Maschine beginnt. Während man sich völlig in dieser Leidenschaft des Motorradfahrens verliert. Mit bloßen Worten ist das kaum zu beschreiben. Das muss man erlebt haben. Emotion und Lust am Leben pur!

Verratet mir doch, warum ihr Motorrad fahrt! Ich bin wahnsinnig gespannt auf eure Geschichten.

Viele Grüße, Marie

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