Heute ist Sommersonnenwende und somit „der längste Tag“ des Jahres 2017. Und morgen vor genau einem Jahr habe ich damit begonnen, über meine Leidenschaft des Motorradfahrens zu bloggen. Viel ist passiert in den letzten 365 Tagen – privat als auch „öffentlich“. 

Einerseits hätte ich nicht gedacht, dass ich innerhalb des erstens Jahres schon so viel erleben werde. So viele tolle Menschen kennen lerne oder auch die ein oder andere Lehre ziehe. Und andererseits bin ich mit manchen Dingen noch nicht zufrieden – möchte sie besser oder anders machen. Lasse mir aber die Zeit dafür, die ich benötige.

Vor allem aber bin ich stolz darauf, mir stets treu geblieben zu sein. Wenn mir eine Idee oder ein Projekt zusagte, dann habe ich mich nicht selten aufopferungsvoll dieser Aufgabe gewidmet. Unbeachtet dessen, ob genau das gerade angesagt ist oder die Aufmerksamkeit der Mehrheit erhaschen würde.

Hat ein Angebot in mir Bauchdrücken verursacht oder das Gefühl, dem (noch) nicht gewachsen zu sein, dann habe ich abgelehnt. Auch, wenn ich dadurch vielleicht „erfolgreicher“ geworden wäre.

Aber welche Rolle spielt Erfolg überhaupt bei einem Hobby? Schließlich ist genau das Motorrad fahren und Bloggen für mich – die erfüllende Freizeitausgestaltung neben meinem doch manchmal sehr stressigen Alltag.

Zuspruch zu bekommen tut mir natürlich gut. Und nicht selten habe ich den ein oder anderen so wahnsinnig lieben Kommentar bekommen, dass selbst die selbsternannte Eisprinzessin zu Tränen gerührt war ;-). Aber manchmal bin ich auch an persönliche Grenzen gestoßen; habe sie entweder überwunden oder für mich beschlossen: nein, dass muss ich nicht können oder wollen.

Wenn ich eines in diesem Jahr gelernt habe, dann genau das: es ist nicht alles. Bei all der Öffentlichkeitswirkung, die ich an der einen oder anderen Stelle habe, tue ich all das ganz allein für mich. Weil es mir Freunde bereitet, Gedanken in geschriebenen Worten Ausdruck zu verleihen und Menschen vom Hobby Motorrad fahren zu begeistern. Ihnen vielleicht den Anstoß zu geben, auch für sich selbst im Leben etwas zu finden, was ihnen Kraft, Spaß und Selbstvertrauen, tolle Erinnerungen und die Flucht aus dem Alltag bringt. 

Wir alle müssen das Rad nicht neu erfinden, den Job kündigen, auswandern oder mit einer wahnsinnigen Geschäftsidee den ungewissen Neustart wagen, wenn uns der Alltag fordert und wir nicht immer zufrieden sind mit unserem Leben. Denn wisst ihr was? Das gehört einfach dazu. Manchmal habe ich das Gefühl, dass unsere Generation vor lauter Drang nach Selbstverwirklichung verlernt, gewisse Toleranzgrenzen einfach zu meistern. Wir sollten aufhören nach dem Perfekten zu suchen und das Hier und Jetzt genießen. Das Beste aus allem rausholen, sich aber nicht aufopfern dafür.

Sich Brücken zu bauen die, als Steg zwischen dem Ernst des Lebens einerseits und dem einfach-Mensch-sein andererseits, hilft die Balance zu finden. Genau die finde ich – unter anderem – im Schreiben und auf meinem Motorrad. Für mich. Denn das Leben ist wie Motorrad fahren, man muss in Bewegung bleiben, um nicht die Balance zu verlieren.

Und die Richtung bestimme ganz allein ich. Und du sie für dich.

Ich freue mich über jeden, der meine weitere Reise mit mir begleitet. 

Viele liebe Grüße, Marie

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