Bin ich eine gute Motorradfahrerin?

Eine der wohl tiefgreifendsten Fragen, die sich ein Mensch bezogen auf seine Persönlichkeit und dem Zufriedensein mit sich selbst stellen kann ist wohl: bin ich gut genug?  Mancher von uns quält sich mit dieser Frage ein Leben lang, andere wiederum scheinen mit einer großen Leichtigkeit neue Aufgaben, ungewohnte Situationen und Herausforderungen zu bewältigen. Ungeachtet dessen, ob sie fehlschlagen könnten oder es am Ende bravourös meistern. Und auch ich frage mich oft: bin ich gut genug? Und vor allem: fahre ich gut genug Motorrad?


Wege entstehen dadurch, dass man sie geht.


Eines steht definitiv fest – zum Motorrad fahren wurde ich nicht geboren. Weder wurde mir dieses Hobby in die Wiege gelegt, noch „fließt Benzin durch meine Adern“, wie so manch einer die Verbundenheit und seine Gefühle zum Dasein als Motorradfahrer beschreibt. Ich bin dazu gekommen wie die Jungfrau zum Kind. Natürlich hat diese Leidenschaft schneller von mir Besitz ergriffen, als ich es jemals erwarten konnte. Aber gleichsam bedeutet das nicht, dass mir deswegen alles zugefallen ist, nur weil ich von einen auf den anderen Moment Feuer und Flamme gewesen bin. Sich Träume zu erfüllen bedeutet Arbeit. Und nur wenn du bereit bist diesen Weg zu gehen und die Steine aus dem Weg zu räumen, kannst du irgendwann von dir behaupten, dass du dein Leben lang nicht nur geträumt, sondern deine Träume auch gelebt hast.


Der Wunsch nach Freiheit lässt uns fliegen lernen.


Die Idee, selbst ein Motorrad fahren zu können, keimte in mir auf, als mein Freund und ich 2015 zum ersten Mal eine Motorradmesse besuchten. Bis heute weiß ich eigentlich nicht warum ich, als wir die Messe wieder verließen, diese Eingebung dazu hatte. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich noch nicht mal als Sozia auf einem Motorrad das Gefühl von Freiheit genossen. Dieses Bedürfnis war aber tatsächlich plötzlich so stark, dass ich mich nur zwei Monate später zum Führerschein anmeldete, mich mit einer kompletten Motorradausrüstung ausstattete und abermals drei Monate später meinen Führerschein in der Hand hielt.

Ich kann definitiv behaupten, dass ich selten so stolz auf mich gewesen bin wie an dem Tag, als ich meine Prüfung bestanden habe. Ich war stolz, all die Hürden genommen zu haben, die sich mir während meiner Fahrstunden offenbarten und, dass ich stets an mich geglaubt habe. Dieses Gefühl war unbeschreiblich und tatsächlich stieg ich noch einige Wochen später aufs Motorrad ohne zu begreifen, dass ich ganz offiziell Motorrad fahren darf. Nicht, weil ich extrem unsicher war oder mich unwohl fühlte. Sondern weil Motorrad fahren schlicht und ergreifend 26 Jahre lang kein Teil meines Lebenskonzeptes war. Weder war es präsent in meinen Gedanken, noch rechnete ich jemals damit, dass mich eines Tages der Wunsch beschleichen würde, in eine Welt eintauchen zu wollen, für die es viel Mut und Risikobereitschaft erforderte. Ich tat all das also nicht, weil es für mich eine Bestimmung war, sondern weil es zu einer wurde.


Es gibt kein: Ich kann das nicht. Höchstens ein: Ich kann das noch nicht!


Und bis heute – zwei Jahre später – fallen mir natürlich (!) manche Dinge noch immer schwer. Während ich meine erste Motorradsaison im vergangenen Jahr zu meiner höchsten Zufriedenheit verlebte, sehe ich mich und mein Fahren dennoch allzeit mit kritischen Augen. Die Ausflucht Welpenschutz gilt für mich nicht mehr und oft neige dazu, ähnlich wie zu Beginn meiner Fahrschulzeiten, damit zu hadern, dass ich scheinbar (!) einer von hundert Motorradfahrern bin, dem nicht alles automatisiert von der Hand geht UND der nicht ungemein risikobereit ist, um Fortschritte zu erzwingen. Das Konfuse dabei ist: ich verbessere mich sehr gerne sukzessive, weil ich genau dann stolz auf mich sein kann – und dennoch bewundere ich andere, die es bpsw. wie mein Freund einfach im Blut haben.


Bin ich deswegen eine schlechte Motorradfahrerin?


Weil ich Kurven bei Weitem noch nicht so schnell und technisch ausgefeilt nehmen kann, wie die meisten mit denen ich fahre? Muss ich das schon können?

Oder weil ich Tage habe, an denen ich es einfach langsam angehen lasse, weil es sich für mich richtig anfühlt? Muss ich jeden Tag schnell unterwegs sein?

Bin ich keine gute Motorradfahrerin, weil ich nicht jede freie Sekunde auf meinem Motorrad verbringe und mir auch andere Dinge im Leben wichtig sind? Ist das von Bedeutung?

Und sagt der nicht befahrene Rand meines Hinterreifens etwas darüber aus, wie viel Angsthase in mir steckt? Darf man keine Angst haben?


NEIN!


In meinen Augen geht es bei einem Hobby wie diesem überhaupt nicht darum, „gut genug“ zu sein. Es geht darum DU zu sein. Es gibt ebenso viele unterschiedliche Intentionen von Menschen aufs Motorrad zu steigen, wie es auch unterschiedliche Arten von Maschinen gibt. Finde deinen Weg, denn beweisen musst du niemanden etwas.

Der eine liebt es auf der Rennstrecke Gas zu geben, der andere mag gemütliche bis sportliche Touren auf- und abseits der Straßen. Für den einen ist das Motorrad Mittel zum Zweck, für den anderen die absolute Passion. Es gibt Menschen, die fahren am liebsten allein und dann gibt es wieder welche, die sich zu jeder Gelegenheit mit großer Begeisterung einfach in die Meute stürzen und das Gemeinschaftsgefühl lieben. Wir Motorradfahrer sind alle so unterschiedlich. Und genauso unterschiedlich sind auch unsere Ziele und unsere Ansprüche. Die uns niemand anderes vorgeben sollte als wir selbst.


Erfolg kommt dann, wenn du tust, was du liebst!


Denn geht es nicht viel mehr darum, es in vollen Zügen zu genießen? Rückschläge und Misserfolge zu akzeptieren als Teil des Entwicklungsprozesses? Von Zeit zu Zeit besser zu werden, aber das eben auch nicht jeden Tag zu erzwingen? Sich gut gemeinte Ratschläge anderer zu Herzen zu nehmen, sich deswegen aber nicht schlecht zu fühlen sondern viel eher motiviert? Spaß zu haben, sich wohl zu fühlen und sich darüber zu freuen, wenn man wieder einen Schritt nach vorn gemeistert hat? Aber sich auch zu nichts genötigt zu fühlen?

Erst am Freitag habe ich mich mit jemand darüber unterhalten, dass ich dieses Jahr auch schon eine Phase hatte, in der ich drei Wochen überhaupt kein Bedürfnis hatte mein Motorrad aus der Garage zu holen. Wisst ihr was er zu mir gesagt hat? „Das waren deine Schutzengel. Höre immer auf dieses Gefühl. Erzwinge nichts!“ Und genau so ist es.

Natürlich bin ich nach wie vor ehrgeizig meine Maschine immer besser handhaben zu können – aber nicht um jeden Preis. Und nicht, weil es andere von mir vielleicht erwarten könnten. Druck ist kein guter Begleiter, wenn man versucht in einer Sache besser zu werden. Ich fahre und entwickle mich weiter in meinem Tempo. Und DAS ist gut so.

Sich stetig verbessern zu wollen, auch um sicherer im Umgang mit dem Motorrad zu werden, ist wichtig. Unwichtig hingegen jedoch ist, ob du in den Augen anderer der „perfekte Motorradfahrer“ bist oder eben nicht. Gesund zu Hause ankommen und sich aller Risiken bewusst sein – darauf kommt es an.


Ich wünsche jedem Gelassenheit, der mit sich hardert und den Mut, seine Träume zu leben!


Viele Grüße,

Marie

 

 

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30 Kommentare zu „Bin ich eine gute Motorradfahrerin?

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  1. Ich fahre schon seit über 40 Jahren Motorrad. Gott ich bis soo alt 🙂 Es geht nicht darum so zu fahren wie andere. Egal ob es sich um deinen Freund oder andere handelt. Es geht nur darum so zu fahren das DU Spaß hast. Bleib einfach locker und fahre deinen „Stiefel“. Alles andere bringt eh nichts. GlG vom Rudi

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  2. Liebe Marie,

    wie du selbst schreibst, sollte jeder einfach seinen eigenen Weg finden!

    Ich kenne weder deinen Fahrstil noch sonst irgendwas, aber solange ich deinen Blog jetzt verfolge, hab ich das tiefe Gefühl, dass du sogar eine überaus gute Motorradfahrerin bist! Nicht, weil du Dinge besser kannst als andere, sondern einfach weil du bewusst und reflektiert genug bist!
    Du bist aus meiner Sicht ein absolutes Vorbild für die Motorradwelt, in der es leider – wie überall – auch mehr als genug Idioten gibt, denen selbst jeglicher Respekt im Straßenverkehr abhanden gekommen ist. Du bist für mich inzwischen ein Sinnbild für die Verbindung von Spaß, Sicherheit und respektvoller Menschlichkeit, wenn es sich um das Thema Motorrad dreht.

    Ich hätte Schiss ohme Ende irgendwo mitzufahren. Bei dir würde ich mich mit geschlossenen Augen auf den Sozius trauen…

    Ich bin nur einmal in einem Wald selbst gefahren, mit 16. Ich hatte mit 18 meine Theorie, konnte den Schein nicht zuende machen. Heute, mit 37, also fast 30 Jahre später, ist der Wunsch noch immer da selbst einmal zu fahren… doch die Möglichkeit dazu ist derzeit ferner denn je. 😦

    Mein früherer Antrieb war zunächst als Motorradfahrer „legal“ meine Vorliebe für Lederklamotten ausleben zu können, wobei sich im Laufe der Jahre hierfür auch andere „Wege“ gefunden haben und ich heute vorrangig aus der Vorstellung des Freiheitsgefühls heraus gerne meinen Schein machen wollen würde.
    Zum anderen möchte ich mir gern irgendwann einmal den Lebenstraum mit ner Harley auf der Route 66 erfüllen… Mal gucken, ob irgendwann nur ein Mü dessen in Erfüllung geht… Manche (berufl) Konsequenzen der Vergangenheit haben mir bislang einen Strich durch die Rechnung gemacht, aber ich werde diese Träume niemals freiwillig aufgeben!!

    Bleib wie du bist (also inkl Weiterentwicklung 😉 ) und schreibe bitte genau so weiter! Du bist extrem wertvoll für diese (Motorrad)Welt!! Drück dich!

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  3. Hallo Marie,
    dieser Beitrag hat mich sehr angesprochen. Ich fahre selbst seit 8 Jahren Motorrad und fahre manchmal wie eine richtige Anfängerin in den Kurven und fahre oft am Anfang der Saison recht vorsichtig und zögerlich. Dein Beitrag hat mir persönlich weiter geholfen, dass ich mir nicht mehr so viele Gedanken darüber mache, ob ich als Motorradfahrerin gut genug bin oder ob ich mir Gedanken über meine Fahrweise machen muss. Das wichtigste ist wirklich der Spaß am Fahren.

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  4. Liebe Marie. .. auch ich fahre seit zwei Jahren Motorrad und deine Gedanken dazu könnten auch meine sein…. super geschrieben….
    Wenn sich nur jeder solche Gedanken machen würde …
    Danke für Deine prima Worte…. Gruß Uli

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  5. Motorrad fahren bringt gewisse Risiken mit sich. Vorausschauend fahren, gute Schutzkleidung etc. ist der eine, nicht unwesentliche Teil der uns jeden Tag davor bewahrt uns schwer zu verletzen. Gutes, sicheres Motorrad fahren ist der andere Teil. Beherztes bremsen, schnelles reagieren, zackige Ausweichmanöver, all das muss ständig trainiert werden. Und dieses Training ist zum Glück auch sehr einfach zu bewerkstelligen. Nicht nur bei Fahrsicherheitstrainings, sonder auch im normalen Straßenverkehr. Jedes halbwegs moderne Motorrad ist z. B. in der Lage in 3 Sekunden von 100km/h auf Stillstand abzubremsen. Einfach mal auf einer leeren, geraden Landstraße probieren. 100km/h fahren, spontanen Bremspunkt suchen, Bremsen, 21, 22, 23…. zählen und schauen wie weit man kommt.

    Natürlich gibt es sehr sehr viele Motorradfahrer die einfach so vor sich hin fahren und auch damit gut durchkommen. Die haben dann halt ausreichend viel Glück gehabt… oder fahren nicht oft, wodurch die Wahrscheinlichkeit eines Unfalls eben auch abnimmt.

    Fährt man gut wenn man mit 220km/h auf einer geraden Strecke ballern kann? Nein. Das kann jeder Idiot. Aber speziell das Kurvenfahren sollte gelernt werden. Wenn es geht von Anfang an, damit man sich nichts antrainiert das man sich irgendwann schwer wieder abtrainieren muss. Wenn ich mein Motorrad immer nur durch die Kurven trage (sprich, sehr langsam hindurchzuckele), weil ich mich vor der Schräglage fürchte etc. dann kommt vielleicht irgendwann eine Kurve die hinten raus zu macht, und für die die eigentlich niedrige Eingangsgeschwindigkeit dann doch zu hoch war… Und wenn man dann nicht fähig ist das volle Schräglagen Potential seiner Maschine/Reifens auszunutzen gibt es zwei Möglichkeiten:

    Bei einer Linkskurve: ab in die Leitplanke / in den Acker

    Bei einer Rechtskurve: ab in den Gegenverkehr.

    Und das war jetzt nur ein Beispiel von unzähligen. Gegenverkehr der nicht auf seiner Spur bleibt, Dreck/Äste etc. in der Kurve die eine Korrektur der Linie nötig machen… Und in solchen Momenten wird dann leider aufgezeigt ob man denn „gut genug“ ist/war oder eben nicht. Und das sind dann leider auch die von denen man in der Zeitung ließt… „Aus ungeklärter Ursache in den Gegenverkehr geraten“ oder „aus ungeklärter Ursache von der Fahrbahn abgekommen“. Das endet dann nur allzu oft tragisch. Es passiert etwas unvorhergesehen, man erschreckt sich, die Angst scheißt ein, man verkrampft, man stürzt.

    Einem routinierten und geübtem Fahrer, der die Grenzbereiche seiner Maschine kennt und auch keine Angst davor hat diesen zu nutzen wird das weniger passieren als jemandem der nicht fähig ist (fast) alles aus seiner Maschine raus zu holen.

    Das heißt nicht dass man immer fahren muss wie ein Henker, jede Kurve auf Tod und Teufel mit max. Schräglage nimmt etc. Aber man sollte irgendwann dazu fähig sein dieses „Können“ abzurufen wenn es benötigt wird. Das ist für mich ein Guter Motorradfahrer.

    Langer Text, aber das war mir wichtig. Ich sehe jeden Tag viel zu viele Motorradfahrer die einfach nur so vor sich hin fahren… Kurven gefährlich falsch anfahren, Schreckbremser am laufenden Band produzieren und damit sich und andere in Gefahr bringen. Und das alles nur wegen der „ach, ich lern das irgendwann so nebenher“ Einstellung.

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    1. Lieber Klaus,

      alles richtig und wichtig was du sagst. In Nebensätzen habe ich diese Gedanken, denen ich dir nur zustimmen kann, angerissen.

      In diesem Beitrag ging es mir allerdings rein um den emotionalen Aspekt, dass sich viel zu viele Menschen unnötig unter Druck setzen und genau deswegen irgendwann demotiviert sind und möglicherweise sogar aufgeben.

      Ein ständiges Lernen, nicht nur beim Motorrad fahren, ist ganz wichtig. Falls der Beitrag an der ein oder anderen Stelle so rüberkommt, als sollte man immer und ständig alles nur auf sich zukommen lassen nach dem Motto „Das wird schon“, tut mir das leid.

      Sicherheit beim Fahren ist für mich das A und O. Wer mich schon lange begleitet, weiß das auch. Vielleicht für mich auch schon zu sehr Selbstverständlichkeit.

      Ich für meinen Teil übe bei jeder Ausfahrt Kurven, vorausschauendes Fahren, etc. Ich muss immer wieder gewisse Abläufe einstudieren und wiederholen. Aber genau das tue ich nicht mehr mit diesem Druck, dass alles auf Anhieb funktionieren muss, sondern das alles seine Zeit braucht. Wenn es mal nicht so klappt oder andere etwas schneller beherrschen als man selbst, dann ist das Ok so. Davon darf man sich nicht demotiviert lassen, sondern man sollte einfach am Ball bleiben. Das wollte ich wahrscheinlich zum Ausdruck bringen :-).

      Liebe Grüße, Marie

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    2. Ich habe Klaus so verstanden, dass es mehr eine Ergänzung aus seiner Sicht war, als Kritik an deiner beschriebenen Sichtweise, Marie.

      Auch wenn ich von der Praxis hier keine Ahnung habe, erinnert mich das total an meine intensive Lernphase beim Inlinern…. mit etwa 15 / 16. Wir haben springen geübt, Bordsteine hoch und runter, rillige Untergründe und vor allem haben wir gezielt Fallen geübt. Gut, das macht man mit einem Motorrad vermutlich eher nicht so, aber noch heute kann ich das wirklich intensiv Geübte noch heute selbst in Schreckreaktionen abrufen und fühle mich dadurch auch insgesamt sicherer auf acht Rollen.

      Auch beim Autofahren habe ich mir von Beginn an angewöhnt, abseits des normalen Straßenverkehrs bei viel Platz Reaktionen eines neuen / anderen Autos zu testen, um zumindest ein erstes Gefühl zu bekommen, wie es sich verhält, wenn man unverhofft in Grenzmomente kommt.

      Natürlich lernt man beileibe nicht alles sofort und manches braucht seine Zeit. Insfesamt lernt man mit Freude und Entspanntheit auch deutlich besser, als wenn man alles zu verbissen sieht 🙂

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  6. Hi, passt! Es ist heute schwerer den je, seinen eigenen Weg, seine individuelle Vorstellung von „wie ich was tun möchte…“ umzusetzen. In einer Zeit in der „individuelle Konformität“ als Eigenständigkeit vermarktet wird, stichst Du heraus. Mach das so, wie Du fühlst. Fahre wie’s dir gefällt. Andere fahren wie auch immer, um „Anderen“ zu gefallen, um Anerkennung zu buhlen…die wahre Natur des Motorradfahrens ist loszulassen (natürlich nicht den Lenker während der Fahrt…obwohl ;)) ), zu erfahren, zu riechen, zu warten, zu rollen, zu sehen, einlenken, bremsen, kuppeln, Gas geben, den Druck des anpressens zu spüren, die Schräglage, die Fliehkräfte, den Grip zu spüren, diese gewaltige Kraft zu spüren, wenn du aus einer Kurve rausbeschleunigst…und das hat nichts mit hoher Geschwindigkeit zu tun. Du triffst die Ausdrucksweise, dieses Gefühl, die Entspannung, die Leidenschaft die in dir entfacht worden ist auf den Punkt. Weiterso…geradeaus kann jeder…Danke, LG G.

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  7. Hat mir sehr gut getan, deinen Artikel zu lesen und motiviert mich, weiterzumachen. Mache gerade meinen Führerschein, nachdem ich 40 Jahre lang den Wunsch hatte, dies zu tun. Aber irgendwie passte es nie wirklich. Besser spät als nie 🙂
    Danke für deine Inspirationen!

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    1. Spätberufene sind eine ganz besondere Klasse – mann muß ihnen ev vorhandene Ressentiments gegenüber dem Leben und seinen vielfältigen Erscheinungsformen nicht erst aus der Nase ziehen und so manche Dummheit der Jugend begehen sie gar nicht erst … Gratuliere zu Deinem Entschluß … 😉

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      1. Lieber Olpo,

        danke für dein reges Interesse deine Meinung mitteilen zu wollen. Dafür bin ich immer offen.

        Das nächste Mal doch bitte mit ein bisschen mehr Respekt allen anderen Kommentierenden gegenüber. Jeder darf seine Meinung haben – aber der Ton spielt die Musik.

        Deswegen habe ich deine anderen Kommentare gelöscht.

        DLzG, Marie

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  8. Liebe Marie,

    versteh mich nicht falsch, aber die Kommentare von Olpo hätte ich nicht gelöscht. Sie zeigen verdammt gut, welche Diversitäten im „Bikermilieu “ herrschen. Gerade das ist doch eine tolle Diskussionsgrundlage, um mal auch die verschiedenen Charaktere zu enttarnen. Die Diskussion die da draußen herrscht, ist enorm Gesellschaftspolitisch. Auch wenn es nicht deine Absicht ist, so wird eine Separierung in „GS-Fahrer“, Heizer, Chopper (und natürlich Harleyfahrer 😉 ), Geländeferkel, Racer, Bordküchenmotorisierte (Gruß an die Gold Wing Fahrer) und was weiß ich nicht noch alles, geben. Jeder buhlt um Anerkennung, das seine Bewegungsunterlage die einzig richtige ist. Dazu kommt die Midlifekrisenfraktion, die Oldtimer-Herren, die Knieschleiferjungs, die Weltenbummler, die Koffer zum Kioskfahrer…und und und…aber genau eines verbindet uns Alle…die liebe zum Motorrad. Schade, dass das manche zum Anlass sehen, sich hervor zu tun, sich „darzustellen“, um Anerkennung zu betteln, den Finger erheben und moralisch Wichtiges von sich zu geben, die Einheitsbreikocher und Warnwestenträger, genau wie die Rebellenretros und 30er Zonen Ignorierer…grenzen wir doch niemanden aus, zeig doch schonungslos, wie die Realität unter den „Bikern“ wirklich ist. Das die meisten an stehenden Bikern vorbei fahren, ohne mal zu fragen ob alles okay ist…und wenn dann nur um denen zu zeigen…“Wir sind eins!“…und wenn nix ist, gut. Oder diese skurille Situation, dass sich alle grüßen…und auf der Löwensteiner Platte triffst du dich nachher, aufgrund des Rundkurvenkurses rund um Wüstenrot und SHA und redest dann kein Wort…stehst blöd rum, nuckelst an einem Kaffee und jeder ist total abweisend…das war früher anders…ganz anders. Aber vielleicht fühlen sich ja die Anderen missverstanden, nicht wahrgenommen…vielleicht habe ich ja auch viel zu viel Zeit, um mich selbst in den Vordergrund zu drängen und meine unmaßgebende Meinung kundzutun…Parallelen zu OLPO. Er ist ein Teil von uns, vielleicht die dunkle Seite der Macht, das Unangenehme, der als letzter in die Mannschaft gewählt wird. Aber er ist ein Motorradfahrer (nehme ich jetzt mal an…), also…egal was er fährt, was er beruflich macht, was er für verbale Ausfälle hat…wir nehmen ihn mit, zeigen ihm was Solidarität bedeutet und zeigen ihm anhand seiner „veröffentlichen“ Kommentare, was geht und was nicht…als Mahnmal! Wie war das mit dem Führerschein erwerben??? Wenn dir das keiner beibringt, wie soll’s dann gehen??? …und Olpo ist eben der Typ von Mopedfahrer der einen Fahrschüler überholt, schneidet und beschimpft…anstatt, daran zu denken, dass er nicht mit dem Lappen auf die Welt gekommen ist…Also, ein wenig mehr Farbe ;)…und weiterhin voll Speed und gute Bodenhaftung…wir sind alle gute Motorradfahrerinnen..aber sind wir auch gute Menschen?

    Guido
    Tourguide
    Ex-Motocrosser
    Racer
    Koffer (taschen)fahrer
    Cruiser
    Chopper
    …..Biker

    Gefällt 3 Personen

    1. Hallo Guido,

      deine Meinung hierzu kann ich sehr gut nachvollziehen und verstehe dich. Dennoch habe ich es als wichtig empfunden, dass die anderen Kommentierenden von solchen Äußerungen nicht behelligt oder gar verletzt werden.

      Hätte er sich in einem eigenständigen Kommentar geäußert, hätte ich es stehen lassen. So handhabe ich das immer; auch wenn ich dabei angegriffen werde. Denn ich selber kann damit umgehen.

      Hingegen möchte ich nicht, dass sich Menschen hier untereinander beleidigen. Oder einer alle anderen.. grundlos. Dafür habe ich kein Verständnis und das möchte ich auf meinem Blog nicht. Kritik, von mir aus auch keine konstruktive, gerne. Unter die Gürtellinie – und Tschüss!

      Das ist meine Art zu zeigen, dass es so eben nicht geht.

      Ich danke dir aber für deine sehr interessante Sichtweise und hoffe, es kommt beim Adressaten an :-).

      Liebe Grüße, Marie

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      1. „danke für dein reges Interesse deine Meinung mitteilen zu wollen. Dafür bin ich immer offen. “
        Na klar – nur löschst du sie auch gleich wieder, wenn dir bestimmte worte an der art, meine meinung mitteilen zu wollen, nicht passen … glaubst du wirklich, ‚andere‘ benötigen deine ‚hilfe‘, weil diese ihre rhetorik im stich läßt ;-?
        du benimmst dich wie jemand, der sich ein haus in flughafennähe mietet und sich danach über den fluglärm beschwert.
        “ … und hoffe, es kommt beim Adressaten an :-)“ – sicher. der adressat versteht auch, daß du dich wichtig nimmst auf ‚deiner‘ seite. er versteht dein ‚wir haben einander alle lieb‘ – heile_welt_verhalten ja auch irgendwie … nur ist ihm, dem adressaten, ein solches verhalten eindeutig zu tussihaft. und der adressat hat keineswegs schreibdurchfall, sodaß er nicht anders könnte, als deine heilige welt von unterhalb der gürtellinie her zu beschmutzen – daher: und tschüss.

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      2. „danke für dein reges Interesse deine Meinung mitteilen zu wollen. Dafür bin ich immer offen. “

        Na klar – nur löschst du sie auch gleich wieder, wenn dir bestimmte worte an der art, meine meinung mitteilen zu wollen, nicht passen … glaubst du wirklich, ‚andere‘ benötigen deine ‚hilfe‘, weil diese ihre rhetorik im stich läßt ;-?
        nd eben hast du meinen wordpress-account gesperrt, weshalb ich mit jenem von google poste – das ist ja doch ein bißchen entlarvend, was deine schwächelnde persönlichkeit betrifft – oder meinst du, dies wäre nicht der fall ? auch DAS würde mich nicht wundern…

        du benimmst dich wie jemand, der sich ein haus in flughafennähe mietet und sich danach über den fluglärm beschwert.

        “ … und hoffe, es kommt beim Adressaten an :-)“ – sicher. der adressat versteht auch, daß du dich wichtig nimmst auf ‚deiner‘ seite. er versteht dein ‚wir haben einander alle lieb‘ – heile_welt_verhalten ja auch irgendwie … nur ist ihm, dem adressaten, ein solches verhalten eindeutig zu tussihaft. und der adressat hat keineswegs schreibdurchfall, sodaß er nicht anders könnte, als deine heilige welt von unterhalb der gürtellinie her zu beschmutzen – daher: und tschüss.

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    2. Lieber Guido,

      danke für Deine aufrechten Worte – es tut gut, fallweise auf Menschen zu treffen, die sich nicht mit bildhaften äußeren Erscheinungsformen behängen oder dem Rest der Menschheit ihre eigene kleinliche Lebensweise und Weltsicht aufzwingen wollen, sondern das Ganze in einer nur scheinbaren Einheit sehen. Ich möchte daher ergänzen bzw berichtigen:

      .) üblicherweise nenne ich GS- und HD-Fahrer in einem Aufwaschen
      .) Ich mag Motorradfahrer, hasse hingegen Biker wie die Beulenpest
      .) die Schizophrenie mit der Sache am Straßenrand, dem fehlenden Gruß (manche Deppen, welche nicht um die erweiterte Bedeutung des Grußes wissen, grüßen jedoch in der Stadt…;)) und den an der Ampel haltenden, sturen Geradeausblickern gibt es erst, seit sich uninteressante Typen anmaßen, Verhaltenskodexes vorzugeben und/oder meinen, man müsse möglichst grimmig d’reinschauen, um ‚echt‘ zu sein.
      .) die Warnwestenträger mit dem erhobenen Zeigefinger, welche am Liebsten jedem Zweiradfahrer ein oranges Drehlicht auf den Helm gesetzesverordnen würden, sind die Schlimmsten, an denen lasse ich kein gutes Haar, egal wo sie sich mir über den Weg schreiben.
      .) ich bin KEIN Teil von irgendjemandem, nicht die dunkle Seite irgendeiner anderen Macht als meiner eigenen und würde mich niemals in eine Mannschaft ‚wählen‘ lassen – ich BIN eine kleine, gut funktionierende Mannschaft, die kein Teamwork nötig hat, um existieren zu können.
      .) Ja, ich bin Moppetfahrer und komme aus einer Zeit, in der die Doppelduplex das Maß aller Dinge war.
      .) Beruf ? Du wärest überrascht.
      .) Verbale Ausfälle ? Nein – ich bin bloß direkt, nehme mir kein Blatt vor den Mund und die schwule Säuslerei ohne verbindliche Stellungnahme, aber vorgetäuschtes ‚Verständnis‘ wie jenes des MMchens kann mich mal. Der Ausdruck ’schwul‘ ist keine Diffamierung homophober sexueller Ausrichtung, wie die ‚Vermuter‘ jetzt vllt glauben mögen 😉 … dies und einiges Andere macht mich für Nivellierer vermutlich unangenehm, mit dieser Einschätzung dürftest Du recht haben.
      .) mir braucht nichts ‚gezeigt‘ zu werden, ich zeige mich selbst, ich möchte nicht ‚mitgenommen‘ werden.
      .) „und Olpo ist eben der Typ von Mopedfahrer der einen Fahrschüler überholt, schneidet und beschimpft“ … bist Du sicher ? Woher kommt diese Erkenntnis ? Bist Du in diesem Punkt Opfer Deiner eigenen (unbewußten ?) Schubladisierungsmethoden geworden ;-?

      °lp°
      Vielfahrer
      Weitfahrer
      300TageimJahrFahrer
      MitUngeeignetenKrädernAllesfahrer
      ZweitaktLieber
      Schnöselhasser
      EnduristanVerwender
      ExperteFürEigentlichEhAlleMoppettypen
      BuchAutor
      HolzBearbeiter
      KatzenRetter
      WarmenApfelstrudelEsserVerachter
      RetsinaBesoKenner
      ReifenSelbstMontiererUndWuchter
      VergasermotorBevorzuger
      CampactAktionsTeilnehmer
      AfDAuslacher
      kurz: Mensch wie ich, aber nicht Du

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    3. Sehr geehrter Herr Guido,

      wir sind alle gute Motorradfahrer? Was ist denn das für ne Aussage? Also, ich habe mal von einem gehört der behauptete: jeder hat das Recht schlecht zu fahren! Damit kann ich was anfangen. Und wenn alle noch so „gut“ fahren, so weiß ich ganz genau wenn ich schlecht unterwegs bin. Und darum kann ich auch die Überschrift von Frau Mieze nicht ganz nachvollziehen. Und wie kommen sie zu der Verallgemeinerung daß jeder um Anerkennung buhlt? Vielleicht überdenken sie ihre Analyse in den zwei Punkten, die ich ihnen hiermit widerlege.
      LIEBEn Gruß
      rudi rüpel
      Fahrschüler der Fahrlehrer schneidet und sich selber manchmal in den Finger

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  9. Gut oder schlecht.. die Diskussion wabert über jeden Tisch, an dem eine gewisse Anzahl an Motorradfahrern sitzt, irgendwann. Aber was ist gut? Was ist schlecht?

    Auf alles Fälle ist auf zwei Rädern das Beste, was man tun kann: bewusst fahren, aufmerksam fahren, den Blick für Gefahren schärfen, souverän bleiben, rücksichtsvoll bleiben, innerhalb der eigenen Grenzen bleiben. Und das Ganze mit Liebe und Leidenschaft tun. Dann ist es gut!

    Herzlichen Dank für Deinen Text – hätten bloss mehr Kollegen so einen scharfen Blick auf ihr Treiben auf dem Motorrad..

    Beste Grüsse aus Südtirol,
    Jürgen ‚JvS‘ Theiner

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    1. Grüß Gott, Herr Rüpel !

      Nun, auf einem Rappelshammer fährt es sich eben leichter, nämlich einfach dahin und genußvoll, als auf einem überteuerten Krapfen, dessen Gefährlichkeit man/frau nicht einschätzen kann, weil der User nicht imstande ist, den Bremslichtschalter zu kalibrieren, ohne den CAN bus und dadurch gleichzeitig sich selbst in Bedrängnis zu bringen – Verkopfung als Resonanz auf Unwägbarkeiten tritt häufig vor Verkropfung im Sprachzentrum auf…

      Wo ich an anderer Stelle davon sprach, daß eine Tussi mit sendungsbewußtem Eitelkeitssyndrom einen Kommentar von mir löschen mußte – das war offenbar hier, ohne Ihren Kommentar wäre ich nicht daraufgekommen; es scheint, als hätte ich den RSSBeitragsFeed noch aktiviert. Immerhin durfte ich klarstellen, daß sie -zumindest vorübergehend- meinen Account für Kommentare sperrte.

      Ich freue mich, daß es mir über diesen Umweg gelang, Ihnen unbeabsichtigterweise einen Umriß meiner Persönlichkeit zu liefern – nun muß ich Ihnen anderswo dazu weniger schreiben (ich war auf Tour in den Bergen).

      Fröhliches Rütteln und Schütteln !!

      Guido R.

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      1. Hallo Herr Olponator,
        neinnein, ich werde nicht den Grüßaugust für den sogenannten „lieben“ Gott machen und wenn der sich dreimal in seinem Grab umdreht und von lieb auf böse wechselt. Gott sei dank bin ich Atheist! Jaja, der CAN Bus, war das nicht der Tourbus von Holger Czukay und Irmin Schmidt?
        Schön von ihnen gehört zu haben.
        Einen LIEBEn Gruß
        vom rappligen Mann und seiner seiner tollkühnen Kiste

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