Testbericht: Der Rückenprotektor ORTHO-MAX Dynamic von Ortema

Wusstest du, dass schon bei bestimmten Alltagssituationen ein vielfach höherer Druck auf unserem Rücken lastet, als in einem Motorradreifen vorherrscht? Wie mag das Ganze dann wohl bei einem Unfall aussehen? Erst das empfindliche Zusammenspiel von Muskeln, Wirbeln, Bandscheiben, Kreuz- und Steißbein sowie von etlichen Sehnen und Bändern ermöglicht uns das aufrechte Gehen – und das gilt es zu schützen!

Um für den Fall der Fälle, den wir leider nicht immer beeinflussen können, möglichen Rückenverletzungen entgegen wirken zu können, habe ich mich im vergangenem Jahr nach einem neuen Rückenprotektor umgesehen und bin dabei auf die Ortema GmbH gestoßen. So wie ich noch nie von Ortema gehört? Das wird sich nach diesem Blogbeitrag ändern!


Er trägt und uns wir ihn. Unser Rücken.


Als ich 2015 meinen Motorradführerschein machte, wollte ich so schnell wie möglich meine komplette Ausrüstung zusammen haben, um sie in den Fahrstunden direkt nutzen können. Recht schnell waren Kombi, Handschuhe, Stiefel und Helm gefunden. Und natürlich stand auch der obligatorische Kauf eines Rückenprotektors auf meiner Liste. Von Tuten und Blasen keine Ahnung entschied ich mich für einen recht günstigen Einsteckprotektor. Einfach, praktisch, preiswert. So lautete damals meine Devise! Und darüber habe ich mir auch zwei weitere Jahre keine Gedanken gemacht.

In der vergangenen Saison, übrigens kurz bevor es für mich zum ersten Mal auf die Rennstrecke gehen sollte, begann ich an meinem Protektor zu zweifeln. Schutz bietet er. Nicht umsonst ist er nach der Prüfnorm CE EN1621-2 getestet und mit Level 1 klassifiziert wurden. Aber sollte mir mein Rücken nicht mehr wert sein als 29,99 €? Ist dieser Protektor wirklich ausreichend? Was bietet der umfassende Markt Motorradfahrern und -fahrerinnen denn sonst noch? Nur in einem Punkt war ich mir sicher: es sollte diesmal ein Umschnalprotektor werden.


Umschnall- vs. Einsteckprotektor, Ortema, ORTHO-MAX Dynamic


Ich begann mich umzuhören. Startete auf Instagram einen Aufruf und mir wurden Protektoren der üblichen Verdächtigen empfohlen. Ein einziger Leser nannte mir den Hersteller Ortema. Ortema? Nie davon gehört. Klingt medizinisch, klingt unsexy. Dennoch begab ich mich auf Recherche. Über das Ergebnis staunte ich nicht schlecht.

Denn direkt stolperte ich bei einschlägigen Tests über die Ortema-Protektoren. Die Ergebnisse waren dabei verblüffend, denn die Produkte schneiden überall gut bis sehr gut ab. Vor allem in einer Kategorie waren die Zahlen und Fakten durchweg hervorragend: bei den Schlagdämpfungswerten.

Bei einer Versuchsreihe von Aufprallszenarien mit einer kinetischen Energie von 50 Kilonewton (kN) darf bei einem nach Level 2 klassifizierten Rückenprotektor der Restkraftwert von 9 kN im Mittel nicht überschritten werden (das entspricht übrigens immer noch etwa der Beißkraft eines ausgewachsenen Alligators – erschreckend, wenn man da die Werte so mancher Protektoren sieht). Die getesteten Rückenprotektoren von Ortema unterschreiten diesen Werte sogar um einiges und haben somit im Vergleich ein sehr gutes Dämpfungsvermögen, welches sich natürlich positiv auf den Rückenschutz auswirkt.

Vom Konzept von Ortema war ich nach einem Besuch auf ihrer Webseite dann schließlich auch überzeugt und fragte nach einem Rückenprotektor zum Test an. Denn neben den Fachbereichen Orthopädie-Technik, Rehabilitation sowie Medical Fitness ist die Sport Protection die vierte Säule der Ortema GmbH. Angelehnt an die jahrelange Arbeit mit Spitzensportlern sowie Spezialisten aus der Orthopädie, Unfallchirurgie und Sportmedizin finden somit technische Fähigkeiten und medizinisches Wissen bei den Produkten von Ortema interdisziplinär zusammen.*

Sehr schnell bekam ich ein positives sowie nettes Feedback und schon bald traf der ORTHO-MAX DYNAMIC bei mir zu Hause ein. Ich war gespannt wie ein Flitzebogen!


Verpackung


Direkt positiv überrascht war ich – wie Frauen nun mal so sind 😉 – von der Verpackung. Der ORTHO-MAX DYNAMIC kam in einem coolen Beutel, welchen man sich wie einen Rucksack umhängen kann und das war für die Rennstrecke wirklich Gold wert, da ich ihn somit nicht wie viele andere Dinge in der tausendundeinsten Tasche verstauen musste. Aber genug dieser oberflächlichen Annehmlichkeiten. Was kann der ORTHO-MAX DYNAMIC wirklich?


Tragekomport


Im ersten Moment kommt der ORTHO-MAX DYNAMIC recht starr daher. Das liegt am mehrlagigen viscoelastischen Memoryschaum, welcher sich erst mit Körpertemperatur beginnt an den Rücken anzuschmiegen. Am Anfang denkt man also, man hätte sich einen mächtigen Panzer zugelegt, dieses Gefühl verschwindet allerdings spätestens wenn man auf dem Motorrad sitzt. Wenn ich fahre, spüre ich den ORTHO-MAX DYNAMIC überhaupt nicht, was für mich ein absoluter Pluspunkt ist.


Fixierung


Das nichts zwickt und zwackt ist außerdem der Hosenträgergurtführung zu verdanken. Das Einstellen der idealen Position fällt damit nicht nur sehr viel leichter, sondern gleichermaßen verhindert sie ein Verrutschen durch einen bombenfesten Sitz, welcher ebenso positiv zur Schutzwirkung beiträgt. Ob die Klettverschlüsse auf lange Sicht den wirkenden Kräften standhalten können, wird sich für mich erst zeigen. Bisher machen sie auf mich aber einen sehr soliden Eindruck.


Verarbeitungsqualität


Eine perfekte Überleitung zum Thema Verarbeitung, denn hier kann ich absolut nichts bemängeln. Ich mag Produkte, die einen sehr hochwertigen Eindruck machen und sich dieser Eindruck beim ausgiebigen Verwenden auch bestätigt. Das kann der ORTHO-MAX DYNAMIC definitiv. Äußerlich hat er vielleicht nicht so viel Aufregendes zu bieten wie einige seiner Konkurrenten, allerdings stört mich das überhaut nicht. Auf die inneren Werte kommt es an!


Material


Die Geister scheiden sich wohl am Thema Memoryschaum. Auch ich muss zugeben, dass ich davon ausging, dass nichts über einen Hartschalenpanzer geht. Allerdings haben sich meine Bedenken in Luft aufgelöst, als ich mich intensiver mit der Thematik beschäftigt habe. Schlussendlich muss jeder für sich selbst entscheiden, welchem Material er mehr vertraut. Wer allerdings Sorge hat, dass der ORTHO-MAX DYNAMIC keinen Schutz vor dem Eindringen spitzer Gegenstände bietet, den kann ich beruhigen. Ein Durchdringungsschutz aus Kunststoff im Inneren des Protektors weiß das zu verhindern.


Atmungsaktivität


Wenn der ORTHO-MAX DYNAMIC in einem Punkt bemängelt wird, dann wohl im Hinblick auf seine Atmungsaktivität. Ortema hat bei seinen Rückenprotektoren seitdem daran gearbeitet, dieses Kriterium zu verbessern. Somit wurde der ORTHO-MAX DYNAMIC durch Perforation der Protektorenplatte optimiert. Da ich dazu neige eher wenig zu schwitzen, kann ich dazu nicht viel sagen, außer dass mir die Atmungsaktivität nicht negativ aufgefallen ist. Toll ist, dass man den Protektor aus seiner textilen Befestigung herausnehmen kann und sich der Protektor als auch der Textilteil dadurch einfach reinigen lassen.


Fazit


Glücklicherweise musste ich den ORTHO-MAX DYNAMIC noch keinem Härtetest im Sinne eines Unfalles unterziehen. Mein Fazit lautet aber dennoch, dass man sich ruhig fern ab der geläufigen Hersteller umschauen sollte, wenn man nach qualitativ hochwertiger Schutzausrüstung eines deutschen Unternehmens sucht. Der ORTHO-MAX DYNAMIC ist zwar nicht ganz erschwinglich, aber ich vertraue diesem Produkt. Er überzeugt mich definitiv durch seine inneren Werte und da achte ich liebend gern weniger auf optische Aspekte, als auf seinen passiven Schutz!


Umschnallprotektor, Ortema, ORTHO-MAX Dynamic, Motorrad fahren


Mein ORTHO-MAX DYNAMIC hat übrigens die Größe M, welche super meinen kompletten Rücken von Lendenwirbel- bis Steißbeinbereich abdeckt. Finden könnt ihr die Protektoren im Onlineshop von Ortema oder in den Ortema-Stützpunkten.

Zum Schluss möchte ich für alle „Schutzkleidungsgegner“ erwähnen, dass mir bewusst ist, dass ein Rückenprotektor keine Garantie für irgendetwas ist. Dieser Beitrag geht ausschließlich an diejenigen, die sich mit der Thematik auseinandersetzen wollen und soll keine Grundsatzdiskussion „Schutzkleidung ja oder nein“ auslösen.

Ein großes Dankeschön geht an Ortema, welchen mir den ORTHO-MAX DYNAMIC zum Testen zur Verfügung gestellt haben. Lasst mich wissen, ob ihr mehr Testberichte von mir lesen möchtet.

Liebe Grüße, Marie

ORTHO-MAX Dynamic, Ortema, Rückenprotektor, Motorrad fahren

*Quelle: https://www.ortema-shop.com/index.php/unternehmen

 

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6 Kommentare zu „Testbericht: Der Rückenprotektor ORTHO-MAX Dynamic von Ortema

Gib deinen ab

  1. DAS ist ja interessant. Ortema war mir bisher nur als „Nach-dem-Crash“-Ausrüster bekannt. Stichwort Knie-Orthesen und Supermoto 😉

    Viele Jahre bin ich nur mit einteiligen Lederkombis gefahren, da geht das mit den Einsteck-Protektoren schon halbwegs. Auf der Harley mit den lässigen Klamotten verrutscht ein Einsteck-Protektor halt immer – deswegen fahre ich seit zwei Jahren – man höre und staune – eine Rückenprotektor-Weste von Tchibo 😉

    Aber Dein Beitrag zwingt mich jetzt mal zu Ortema. Vielen Dank für den Blogpost!!

    Beste Grüsse aus den Bergen,
    JvS

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    1. Hallo Jürgen, es freut mich, dass der Artikel Interessantes für dich liefern konnte :-)! Es gibt eben immer wieder Neues zu entdecken. LG Marie

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  2. Ich finde es gut, dass du zum Thema Sicherheit schreibst. Das nehmen viele Fahrer nicht ernst. Ich persönlich lese lieber Vergleichstests in Fachzeitschriften.
    Die Wahl deines Protektors ist mit Sicherheit sehr gut. Die Tests des genannten Herstellers sind durchweg top. Zumindest laut einer Fachzeitschrift.
    Letztendlich sollte man die Teile anprobieren. Nicht jeder hat die gleiche Figur und der Sitz entscheidet bei mir. Soll ja auch bequem sein und nicht stören.
    LG Alexander

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    1. Hallo Alexander, das sehe ich wie du. Man sollte die Produkte selber ausprobieren und/oder sich nach Empfehlungen und Erfahrungsberichten umhören. Jeder hat andere Bedürfnisse und Ansprüche. Ich kann da immer nur für mich sprechen :-). Vielen Dank für dein Feedback. LG Marie

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  3. Mein erster Gedanke beim schnellen Scrollen um die Bilder anzuschauen: »Na, der sieht aber schmal aus«. Zumindest beim zur Verfügung gestellten Bild mit dem offensichtlich männlichen Träger. Weiter unten dann »Na, da passt er jetzt aber!«. 😉

    Was für meinen Rücken (bzw. die Schultern) deutlich zu schmal wäre passt bei dir dann gut. Umgekehrt herrscht bei mir im Freundes- und Bekanntenkreis bei der Damenwelt das Problem vor, dass diverse »Schildkröten« oder auch Protektorenwesten schlichtweg zu breit sind.

    Ein Problem bleibt: Wer den Protektor nach der Hose erwirbt, hat vermutlich zu wenig Platz in der Hose (zumindest bei Leder, bei Textil gibt’s ja i.d.R. noch genügend Spielraum dank Klett hier, Druckknopf da, etc).

    Schade das der Gurt nicht höhenverstellbar ist (ist er bei Mitbewerbern aber auch nicht). Klett am Rückenstück könnte hier für noch mehr individuelle Einstellung sorgen. Vielleicht liest ja einer der Hersteller mit? 😉

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    1. Ein höhenverstellbarer Gurt wäre tatsächlich das Tüpfelchen auf dem i ;-)! Wie ich bei dem Protektor von Ortema allerderings festgestellt habe, arbeitet die Hosenträgerführung dem Problem gut entgegen, weswegen ich unter anderem so vom Protektor überzeugt bin. Das habe ich bei anderen Herstellern sehr vermisst. Über zu wenig Platz in der Hose kann ich auch nicht klagen ;o). Aber wie du schon eingangs verdeutlicht hast – jeder muss ein Produkt finden, welches den eigenen, individuellen Bedürfnissen gerecht wird. Da kann man nur probieren, probieren, probieren. LG Marie

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