Vom Leben und Sterben | Gedanken zum Saisonstart

Lange Zeit hatte ich eine klare Meinung zum Thema Sterben bei einem Motorradunfall. Denn so merkwürdig es klingt: ich war der festen Überzeugung, dass ich einzig und allein die Sorge habe, dass ich mir lebenseinschränkende Verletzungen bei einem Unfall mit meinem Motorrad zuziehen könnte. Angst vorm Sterben hatte ich nicht, da ich das „vorbei sein“ schließlich nicht miterleben würde.


Den eigenen Tod stirbt man, mit dem Tod eines anderen muss man leben!


Mein Denken hat sich dazu in den letzten Wochen allerdings sehr verändert. Denn auch wenn ich den Tod noch nie herausfordert habe, sprich ich keine extrem risikofreudige Motorradfahrerin bin, habe ich einfach den Gedanken verdrängt, was es denn tatsächlich bedeuten würde, wenn ich eines Tages keinen Schutzengel mehr an meiner Seite hätte. Nicht für mich, sondern für andere.

Gedanklich ist das für mich kein leichter Schritt; auch nicht, diesen Blogbeitrag zu schreiben. Denn der Tod ist ein extrem heikles Thema und mit meinen Gedanken baue ich die Steine meiner ursprüngliche Schutzmauer – dass mein Tod mich selbst nicht tangieren würde – Stück für Stück zurück.

Da bin dann nur noch ich. Die, die sich bewusst wird, dass Leben und Tod nur einen kurzen Moment voneinander entfernt sind. Nicht nur für alle anderen, sondern auch für sich selbst. Und die, die sich bewusst wird, dass es egoistisch ist zu denken: nach mir die Sintflut. Mein eigener Tod geht mich nichts an.


Man stirbt, wie man lebte; das Sterben gehört zum Leben, nicht zum Tod.


So schwer es mir also fällt, mit diesem Thema muss und will ich mich auseinander setzen. Das bedeutet nun nicht, dass ich Angst vorm Motorrad fahren bekomme und mir deswegen die Freude nehmen lasse. Es bedeutet lediglich, dass ich mir möglicher Konsequenzen meines Handelns noch bewusster werde. Ganz nüchtern. Für mich selbst. Nicht nur für alle anderen zu denen ich stets sage: fahr´ besonnen und komm´ gesund wieder nach Hause!

Das erfordert Mut. Mut zum Leben und Mut zu sagen: ich habe dennoch Spaß daran. Denn nichts im Leben ist ohne Risiko. Du gehst zur Schule und plötzlich wirst du erschossen. Du steigst in ein Flugzeug und es stützt ab. Du befindest dich auf der Autobahn und ein LKW-Fahrer übersieht das Stauende. Du gehst zum Arzt und bekommst die alles vernichtende Diagnose.


Ein Schiff ist im Hafen sicher, aber dafür wurde es nicht gebaut.


Unbesonnen und extrem risikofreudig werde ich also nie unterwegs sein. Dafür liebe ich mein Leben, so wie ich es derzeit führen kann, viel zu sehr. Dass ich aufrecht gehen kann, keine starken Medikamente brauche, alle Gliedmaßen habe, hören, sehen und atmen kann – all das ist nicht selbstverständlich. Nicht alles ist deswegen perfekt in meinem Leben, aber perfekter als für die meisten anderen Menschen auf unserem Planeten.

Genau das halte ich mir immer wieder vor Augen. Denn zu Beginn der vergangenen Saison hatten wir ein Erlebnis, welches mir zeigte, wie sehr man um einen geliebten Menschen Angst haben kann.


Wumms… und da sind wir wieder: auf dem Boden der Tatsachen!


Während einer Ausfahrt verließen wir einen Kreisverkehr und hatten einen älteren Herrn im Auto vor uns. Dieser blinkte rechts und wollte somit scheinbar seinen Wagen am Straßenrand abstellen. Als er sein Auto aber plötzlich nach links zog, durchquerte er direkt unsere Fahrspur. Da mein Freund ein sehr guter und reaktionsstarker Motorradfahrer ist, konnte er rechtzeitig bremsen und legte unversehrt einen Stoppie hin. Er kam nur wenige Schritte vor dem Wagen zu stehen.

Mein Herz sank mir direkt in die Hose, als ich den Beinaheunfall mit ansah und gleichzeitig ebenso schnell reagieren musste. Das Adrenalin schoss mir durch die Adern und ich wusste nicht, was ich zuerst denken sollte. Aber schließlich war ich einfach nur froh, dass nichts weiter passiert ist.

Situationen wie diese haben wohl die meisten von uns schon erlebt und sie gehören einfach dazu. Auch das macht mir keine Angst oder beeinflusst mich negativ in meinem Fahren. Dennoch gehen sie jedes Mal durch Mark und Bein und holen einen direkt auf den Boden der Tatsachen zurück.


Ohne lieben, lachen, weinen ist das Leben selbst wie sterben.


Einige Monate später dachte ich wieder über die Situation nach und tauschte gedanklich die Rollen meines Freundes und mir. Wie würde es ihm ergehen, wenn es mir in einer ähnlichen Situation nicht gelingen würde, einen Unfall zu vermeiden? Vielleicht sogar dabei sterbe? Emotional kann ich dieses Gefühl fast nicht verarbeiten. Aber mir wurde ein weiteres Mal klar: solange ich es in meiner Macht steht, möchte ich das weder ihm, noch jemand anderen aus meinem Umfeld antun.

Genau das versuche ich mir klar zu machen, wenn die Pferde doch mal mit mir durchgehen. Wenn ich vielleicht doch mal einen Tick zu schnell fahre, viel zu schnell. Einen Tick zu unkonzentriert bin, einen Tick zu kurz den Verkehr gecheckt habe. Denn soll toll das Motorrad fahren ist – ein Leben voller Trauer, Sehnsucht und Schmerz der Hinterbliebenen ist eine übertrieben große Leichtsinnigkeit nicht wert.


Wir haben so unheimlich viel selbst in der Hand. Davon war und bin ich stets überzeugt.


Natürlich gibt es Situationen im Leben, in denen man zur falschen Zeit am falschen Ort ist. Da machen andere Fehler auf Kosten deiner Gesundheit oder deines Lebens. Oder du machst selbst einen Fehler. Genau das passiert, wenn Menschen agieren. Tagtäglich. Und dieses Risiko gehen wir jedes Mal ein, wenn wir auf unsere Bikes steigen und den Motor starten. Und wir gehen es sogar gerne ein. Jeder Motorradfahrer wird genau diesen Satz nur allzu gut verstehen können.

Aber ich möchte euch um eines bitten: schaltet den Kopf niemals komplett aus. Weder als Motorrad- noch als Autofahrer. Nehmt Rücksicht, seid konzentriert, rechnet mit den Fehlern anderer, denkt mit. Denkt an die, die zu Hause auf euch warten. Die euch brauchen und lieben. Die ihr braucht und liebt. Denkt an euch!

Außerdem bitte ich euch Schutzkleidung zu tragen. Ich wiederhole mich wahrscheinlich zum hundertsten Mal: ich weiß, dass diese im Zweifelsfall eurer Leben nicht retten wird. Aber sie wird eine Menge dazu beitragen. Sie garantiert nichts, aber welches Gefühl haben eure Hinterbliebenen, wenn ihr bei einem Unfall mit mangelnder Schutzkleidung sterbt? Werden sie sich vielleicht ihr Leben lang die Schuld dafür geben, weil sie euch nicht dazu gezwungen haben, welche zu tragen?

Ich wünsche euch für die kommende Saison von Herzen alles Gute. Die letzte war – was die Unfall- und Todesfallstatistiken betrifft – eine harte Saison. Zu viele mussten ihr Leben geben und dort soll ihr euch bitte nicht einreihen. Fahrt. Habt Spaß. Lasst es euch gut gehen :-)! Genießt die Freiheit und dieses einzigartige Lebensgefühl. Und schließt danach eure Lieben überglücklich in die Arme.

Ich freue mich wahnsinnig auf den kommenden Frühling und mein Motorrad :-)! Nichts kann mir im Moment den Spaß daran nehmen. Und das soll auch lange so bleiben.

Viele Grüße, Marie

Bild: Marco Warmuth

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27 Kommentare zu „Vom Leben und Sterben | Gedanken zum Saisonstart

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  1. Hey Marie. Genau diese Gedanken hatte ich 2003 als mir ein PKW die Vorfahrt nahm,ein kurzer dumpfer Aufschlag und,,ALLES“ ist vorbei. War es aber nicht. Im Krankenhaus auf dem Untersuchungstisch(auf dem ich zu mir kam) sah ich meine Frau die völlig aufgelöst da stand und froh war das es nicht vorbei war. Nach einem viertel Jahr Genesung und drei OP‘s später ist mir auch klar geworden das wir auch für unsere Angehörigen Verantwortung übernehmen müssen und diesen egoistischen „Hauptsache ich hab Spaß“ Gedanken ganz schnell verdrängen sollten.
    Bin ganz bei dir und deinen Gedanken.
    Liebe Grüße Steffen

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    1. Hallo Steffen, vielen Dank für deinen Kommentar. Leider lernen wir manchmal erst durch solche Erlebnisse umzudenken. Ich bin froh, dass du die Chance dazu hattest :-). Liebe Grüße, Marie

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  2. Genau diese Gedanken hatte ich schon öfters, besonders wenn ich mit Mann und Sohn zusammen unterwegs bin.
    Was mache ich wenn es einen von den beiden, vor meinen Augen passiert (da ich immer als Nachhut fahre).
    Wie verhalte ich mich dann, verursachte durch den Schock selbst noch einen Unfall oder kann ich noch besonnen Anhalten. Aber was dann….komm ich damit zurecht….kann ich dann noch besonnen Hilfe leisten.
    Sehr viele Gedanken die man sich macht.
    Trotz allem liebe Grüße
    Melanie

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    1. Liebe Melanie,

      ich glaube, dass man im Ernstfall richtig reagiert und die Emotionen ausstellt. So schwer es auch fällt – damit sollte man sich gedanklich vorher unbedingt auseinander setzen. Sich genau so eine Situation vorstellen und sich einprägen, was dann zu tun ist – im Ernstfall ruft das Gehirn dann das eingeprägte Programm ab. Im Zweifelsfall ist das das Beste, was du für deine Liebsten tun kannst <3.

      Ich wünsche dir und deiner Familie immer eine sichere und wunderschöne Fahrt, liebe Grüße, Marie

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  3. hi marie

    das klingt villeicht jetzt etwas verrückt, aber ich hatte schon einige unfälle und habe auch schon einige freunde und verwante verloren, trotzdem glaube ich an das leben und das es gut ist. und ich glaube das wir sterben wenn wir hier unseren job erledigt haben -nicht früher- wann auch immer das sein mag. und so geniesse ich es auch immer wieder mit 280-300 durch die landschft zu knallen, nichts-desdotrotz habe ich gelernt das man auch bei hi-speed anständig fahren kann und dann ist man auch sicher…. 🙂
    ich wünsche dir immer gute fahrt.

    lg n.

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    1. Hallo Norbert,

      ähnliche Gedanken habe ich auch oft – wir gehen alle dann, wenn unsere Zeit gekommen ist und wenn es so sein soll. Ich wünsche dir immer einen fleißigen und wachsamen Schutzengel.

      Viele Grüße, Marie

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  4. Schön geschrieben DANKE weiter so!

    Wir kommen alleine zu Welt und verlassen auch diese allein. Deshalb sollte man sich rechtzeitig mit dem Sterben und Tod auseinander setzen. 🤗

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  5. Schön geschrieben DANKE weiter so!

    Wir kommen alleine zu Welt und verlassen auch diese allein. Deshalb sollte man sich rechtzeitig mit dem Sterben und Tod auseinander setzen. 🤗

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  6. Natürlich berechtigte Gedanken, allerdings wird das Motorradfahren mal wieder überdramatisiert. Das liegt vor allem daran dass die Statistiken für tödliche Motorradunfälle gut gepflegt werden und immer mal wieder in die Medien gezerrt werden, wenn mal wieder ein besonders schlimmer Unfall geschehen ist. Andere Arten der Fortbewegung und Hobbys sind nicht unbedingt weniger gefährlich, eigenen sich aber nicht so gut die breite Masse zu „schocken“.

    Was bei dir auffällt: du sprichst immer und immer wieder die passive Sicherheit an. Gute Helme, gute Kombi, gute Protektoren usw. Das ist selbstverständlich alles richtig, man hat aber (und der Beitrag hier verstärkt das Gefühl) den Eindruck dass du dich innerlich schon auf den Sturz vorbereitest und quasi vorab akzeptierst. Natürlich sollte man sich damit auseinandersetzten, allerdings ist es natürlich immer das Beste wenn man gar nicht erst stürzt. Klar, das übliche aktive Sicherheitsgerede streust du auch ein.. Vorausschauend Fahren, nichts übertreiben etc., die üblichen Phrasen halt….

    Was ich hier irgendwie vermisse ist das Auseinandersetzten mit der aktiven Sicherheit. Fahrsicherheitstrainings, Schulungen, Bücher die einem wichtige Tipps und Ratschläge geben wie man sich in besonderen Situationen verhält, Übungsbücher dazu (Bernt Spiegel hat da zwei sehr gute Bücher geschrieben). Ich weiß natürlich nicht in wie weit du da privat hinter her bist, so wie du schreibst bin ich aber fast sicher dass du noch nie ein Sicherheitstraining besucht hast. Die vom ADAC bieten sich an, die sind auch Modular aufgebaut. Von Basic, über Fortgeschritten bis zum Kurventraining auf dem Hockenheimring. Meiner Meinung nach sind genau diese Trainings die richtige Lebensversicherung fürs Motorrad fahren.

    Ich hatte schon oft Situationen in denen mich genau diese Trainings davor bewahrt haben mich aufs Maul zu legen. Und mal ehrlich… 100km/h, Kurve, Auto kommt dir auf deiner Spur entgegen… Da nützt dir die beste Schutzkleidung nichst. Ob du da ein T-Shirt oder die High-End Kombi mit total tollem Rückenprotektor hast… Wenn die die Kiste abräumt war es das gewesen. Das Wissen wie man reagiert, wie man ausweicht und sich vom Schreck nicht lähmen lässt, das Wissen um die richtige Blickführung (nicht das „bla bla“ aus der Fahrschule… die richtige Blicktechnik geht noch einen Schritt weiter) und den bewussten Umgang mit dem Lenkimpuls, DAS rettet dir in dem Fall die Gesundheit/das Leben.

    Gerade du, mit einer Gewissen Reichweite in den sozialen Medien usw., sollte meiner Meinung nach der aktiven Sicherheit einen etwas höheren Stellenwert zuschreiben. Mit Sicherheit gibt es einige Führerschein Neulinge die dich als eine Art Vorbild sehen und sich vielleicht denken „Na, wenn die Mieze Sicherheitstrainings und die Literatur dazu nicht so wichtig findet, dann muss ich das ja auch nicht“. Klar gibt es lustigere Sachen als 4 Monate im Voraus ein Sicherheitstraining zu buchen (die Plätze sind stark limitiert), dann an dem Tag vielleicht 9h und 10°C (Saisonstart halt) im Regen auf nem Platz zu üben, während man schön auf der Couch liegen könnte. Oder sich durch ein Theorie Buch zu quälen während man vielleicht einen spannenden Roman lesen könnte. Aber im Zweifelsfall macht genau dass den Unterschied aus. Man muss „Vorratsschauendes Fahren“ und das beherrschen seiner Maschine verinnerlichen, nicht nur die üblichen Phrasen dazu dreschen. Das muss ohne nachzudenken ablaufen. Sollte man mal in eine Situation kommen die schnelles handeln erfordert hat man nicht die Zeit nachzudenken was man jetzt tun soll. Auf gerade Strecke einfach in die Bremsen zu packen, das bekommt man auch ohne Sicherheitstraining hin. Aber unsere Straßen bestehen ja nicht immer nur aus Geraden und gutem Asphalt. Und die Situationen die da eintreten können sind nicht immer mit einem griff in die Bremse zu lösen.

    Ist natürlich deine Sache, aber der nächste Post vielleicht mal über deine Erfahrungen bei Sicherheitstrainings? Oder ne gute Buchempfehlung? Das würde einen echten Mehrwert schaffen finde ich! Vor allem für die Menschen die sich als Vorbild sehen. Das wäre nach meinem Verständnis auch ein richtiger Schutzengel, nicht nur ein Aushängeschild.

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    1. TOP Geschichte, das mit den Sicherheits-Trainings. Hab‘ ich zwar selber noch keines unter professioneller Anleitung gemacht, aber zahlreiche Renntrainings auf der Supermoto. Was man dort an zwei Tagen an Fahrzeug-Beherrschung und neuen Fahr-Möglichkeiten lernt, ist kolossal – bei einem guten Fahrtraining wird das nicht anders sein!

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    2. Hallo Heinz, vielen Dank für deinen ausführlichen und durchdachten Kommentar, dem ich in einigen Passagen zustimme, in einigen nicht.

      Ich habe schon Beiträge verfasst, wie: https://motorradmiezeblog.wordpress.com/2017/01/06/warum-motorrad-fahren-dich-nicht-automatisch-umbringt-tipps-zur-unfallpraevention/. Dieser Artikel zeigt, dass ich die Letzte bin, die den Teufel an die Wand malt – dazu fahre ich viel zu gerne :-). Dafür war mein Beitrag also nicht gedacht. Als noch relativ junge Fahrerin setze ich mich aber wahrscheinlich noch anders und emotionaler mit solchen Dingen auseinander, als ein „alter Hase“.

      Die Statisikten sind mMn gut und wichtig und diese sollte man mit „Horrormeldungen“ nicht in einen Topf werfen. Ich musste letzte Saison selbst die Erfahrung machen, dass ein guter Motorradfreund ums Leben kam und etliche nahe und ferne Bekannte in Unfälle verwickelt wurden. Das ist mehr als Statistik. Das ist pure Emotion. Den Spaß lasse ich mir dennoch nicht nehmen – wie mehrfach erwähnt. warum darf und kann man sich nicht auch mit ersten Themen auseinander setzen ohne gleich in eine gewisse Ecke gepackt zu werden?

      Ich gebe dir völlig recht, dass Trainings den notwendigen Erfahrungswert bringen, in schwierigen Situationen „richtig“ oder besser zu reagieren. An mehreren Stellen habe ich bereits davon berichtet, dass ich dieses Jahr ein Fahrsicherheitstraining absolvieren werde – und stell dir vor: es ist bereits gebucht :o). Wenn es dann soweit ist, kann ich also auch meine eigenen, authentischen Erfahrungswerte in meine Beiträge mit einfliesen lassen.

      Ich möchte noch anmerken, dass ich allerdings auch Fahrer kenne, die ohne jegliches Training schnell, aber sehr sicher und unfallfrei unterwegs sind (seit Jahrzehnten). Mich da einzureihen würde ich mir niemals anmaßen, ich weiß aber auch, dass mich viele als eine sehr sichere Fahrerin einschätzen und darauf bin ich stolz. Ich fahre mit Köpfchen und das möchte ich sehr gerne ausbauen und die Extremfälle üben. Was ich damit aber sagen möchte ist, dass nicht jeder diese Trainings unbedingt benötigt. Ich finde es aber klasse, dass es sowas gibt, da nicht jeder ein „Naturtalent“ ist oder es sich zutraut, ohne Anleitung gewisse Situationen zu üben.

      Nur noch kurz eine Info: als „Aushängeschild“ fungiere ich schon seit geraumer Zeit nicht mehr, wenn ich das überhaupt je getan habe. Denn alles was ich tue, tue ich aus Überzeugung und Leidenschaft und weil ich meine, etwas davon zu verstehen. Ich bin es aber als junge und nicht ganz unattraktive Frau gewöhnt, unterschätzt und leicht feindselig betrachtet zu werden ;-).

      Versteh mich nun bitte nicht falsch, da ich deinen Kommentar wirklich interessant finde – aber die meisten Menschen denken, sie wüssten über mich Bescheid, weil ich in der „Öffentlichkeit“ stehe. Aber meistens wissen sie nicht mal die Dinge, die ich wirklich öffentlich mache. So wie man an einigen Stellen deines Kommentares gemerkt hat.

      Es wäre anmaßend jemanden dazu aufzufordern, meine ganzen Beiträge durchzulesen und mich überall zu verfolgen. Auf der anderen Seite ist es aber jedes Mal schade, wenn Vermutungen aufgestellt werden, die das Lesen aller meiner Beiträge entkräftet hätten. Es ist schwer für mich, die Dinge für jeden allumfassend in einem Beitrag zu schildern. Es ist schlicht unmöglich und jedes Mal meint jemand, ich hätte dies und jenes nicht im Blick. Dabei ging es mir in dem Moment vielleicht einfach gar nicht um die Dinge, über die ein anderer aber nachdenkt, wenn er meine Worte liest.

      Die aktiven Sicherheitsaspekte jedenfalls habe ich bereits des Öfteren angesprochen (übrigens auch schon die von die angesprochene Literatur auf Social Media gezeigt, da mir diese natürlich nicht unbekannt ist). Du kannst dich also in einigen Wochen auf den gewünschten Beitrag freuen – für meine treuen und wohlgesonnenen Leser tue ich schließlich (fast) alles ;-).

      Viele Grüße, Marie

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  7. „Ein Schiff ist im Hafen sicher, aber dafür wurde es nicht gebaut.“ <- sehr schöne Zeile!!

    Und ich möchte aus einem Song meiner Lieblings-Band Dream Theater zitieren:
    "I need to live life, like some people never will.."

    Ich war dem Tod mehrmals verdammt nahe. Ohne Unfälle, eine dunkle Seele reicht dafür. Den Tod auf dem Beifahrersitz hat aber immer nur meine Mutter gesehen. Kein Start des Motors ging vor sich, ohne dass meine Mutter höchstdramatische Blicke in meine Richtung schickte.

    Sie wollte das Schiff nur im Hafen sehen, nicht auf dem offenen Meer. Aber ein Leben, das nicht gelebt wird, ist doch auch tot… Nach langen Jahren ist es nun auch für sie Teil von mir. Ohne Drama und Angst und Spassbremse.

    Persönlich verschwende ich hinter den Lenkern meiner Motorräder keine Gedanken an den Tod. Auch nicht an Unfälle, an Verletzungen und dergleichen. Ich fahre im Rahmen meiner und externer Möglichkeiten – wenn diese 170 auf dem Hinterrad zulassen, dann mache ich das. Und wenn die äusseren Umstände nur 30 Sachen zulassen, dann fahre ich nicht schneller. Wenn meine Mitfahrer 10 km/h schneller können, dann lass ich sie ziehen.

    Ich fahre immer hochkonzentriert. Bevor ich gedankenverloren in der Gegend rumrolle, lass ich es lieber. Ich rechne immer mit Ausfällen der anderen Verkehrsteilnehmer – nach fast 25 Jahren auf dem Motorrad spürt man irgendwann, wenn jemand unangekündigt links abbiegen will. Augenkontakt mit den "Feinden" ist das Allerwichtigste – erst dann kann man zur Hälfte drauf vertrauen, dass man gesehen worden ist.

    Auf "mein" Recht auf der Strasse beharre ich nie – auf mein Glück verlasse ich mich auch nicht. In blinde Ecken reinstechen, geht dreimal gut, das vierte Mal nicht. Nur zählt das Schicksal nicht auf- oder absteigend, sondern lustig durcheinander. Den Schutzengel lasse ich ebenfalls zuhause – ich glaube kaum, dass der Motorrad fahren kann *g*

    "I need to live life, like some people never will.." Ich will leben, und Motorrad fahren gehört dazu. Ich denke an das Leben, nicht an den Tod. Nicht mehr…

    Liebe Grüsse,
    Jürgen

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    1. Hallo Jürgen,

      mein Verhalten im Straßenverkehr handhande ich sehr ähnlich wie du. Eben mit Köpfchen ohne den Spaß dabei zu verlieren. Und das ist meiner Meinung nach auch der richtige Weg :-).

      An den Tod denke auch in nicht allzu oft, aber wenn man noch keine 25 Jahre „im Geschäft“ ist, geht man damit wahrscheinlich noch anders damit um. Diese Gedanken stören oder behindern mich aber ebenso wenig; sie zeigen mir nur, was wirklich wichtig ist und auf welchem Weg ich den Motorradspaß genießen möchte.

      Vielen Dank für deinen Kommentar,

      liebe Grüße, Marie

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  8. Hallo Mietze,
    bewegend sind Deine Worte. Früher habe ich mir auch nicht so viel Gedanken darüber gemacht. Wie oft bin ich in den 27 Jahren, die ich mittlerweile auf dem Motorrad fahre in Situationen gekommen, die auch böse hätten ausgehen können. Seltsamerweise war ich an den 3 Stürzen (alle in den ersten Jahren, die auch glücklicherweise mehr meinen Stolz, als meinen Körper verletzten) selbst schuld gewesen. Unerfahrenheit, Unachtsamkeit und etwas Selbstüberschätzung haben mich Demut gelehrt.

    Aber nun, mit mittlerweile 50 denkt man über viele Dinge anders nach. Klar man wird etwas ruhiger, hat Familie usw…und dann kommen Ereignisse, die einen hart treffen, wie ein Schlag in die Fresse. Der Vater ein Pflegefall nach einem schweren Schlaganfall und der beste Freund stirbt nach überstandener Leukämie plötzlich an einem Herzschlag.

    Und plötzlich denkt man, ob das schon alles war. Und wenn abtreten, dann wenigstens richtig gelebt haben. Das bedeutet jetzt nicht, dass ich wie besengt über die Straßen heize, wie so manch einer. Nein, ich fahre sicherlich zügig aber immer mit Bedacht und immer (!) mit Schutzkleidung.

    Machen wir uns nichts vor:
    Motorradfahren ist nicht ungefährlich! Aber das sind andere Freizeitaktivitäten auch. Wichtig ist stets kühlen Kopf zu bewahren und selbigen permanent eingeschaltet zu lassen. Dann ist das Risiko kalkulierbar.

    Und wenn man wirklich mal etwas Kick braucht, dann geht man auf eine Rennstrecke und macht dort ein Training möglichst noch unter Anleitung, wie man es zwar schnell aber richtig macht.

    Zumindest mache ich es dieses Jahr so zum ersten Mal…wie gesagt…mit 50…

    Herzlichst

    JuRi

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    1. Hallo Juri,

      vielen Dank für deinen tollen Kommentar, den ich so nur unterschreiben kann. Richtig leben bevor wir alle irgendwann diese Welt verlassen – genau darum geht es. Und das „richtig leben“ so lange wie möglich genießen können :o).

      Ich wünsche dir ganz viel Spaß auf der Rennstrecke – berichte mir doch mal, wenn es so weit war :-)!

      Liebe Grüße, Marie

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  9. Gut Geschrieben.
    Es ist das eine sich diese Gedanken zu machen, etwa anderes sie zu Papier (…Tastatur) zu bringen.
    Ich fahre wie ich kann, wie es passt und wie ich will und das ist auch diejenigen wiederzusehen die mir wichtig sind und denen so manches zu ersparen. Aber wenn oder sollte etwas passieren dann ist das leider so. Das Leben ist für mich nunmal zum Leben und nicht zum Überleben da.
    Erfahrungen sind da unersätzlich, sei es schöne oder erschreckende.

    Einige Zitate in den Kommentaren sind wirklich gut, danke für diese!

    Kurz zu den Trainings: definitiv eine gute Sache aber unabhängig davon: wer Motorrad fährt MUSS mMn davon ausgehen das es immer zum Sturz kommen kann, Training hin oder her. Daher sind die richtigen Klamotten einfach wichtig, egal ob Anfänger ohne Training oder alter Hund mit duzenten Trainings.

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    1. Hallo Paul,

      du hast völlig recht – das Leben ist zum leben da :-). Und das ist das schöne daran, dass wir das auf unseren Motorrädern in völlen Zügen genießen können. Da bin ich völlig bei dir. Auch bei allem anderen was du schreibst.

      Vielen Dank für deine Worte, liebe Grüße, Marie

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  10. … wenn die meisten so viel fahren würden – wie hier über Sinn- oder Unsinn … Sein oder Nicht-Sein schwadroniert wird … hätte das Motorrad fahren vermutlich eine größere „Lobby“ im Straßenverkehr…

    An die Verfasserin: … ich weiß, das ist heute schwer – aber mach’s mal wie ich … zelebriere das Hobby leise, still, für dich, ohne Rummel, Blogs, Applause, klicks, Daumen hoch etc.
    du bist so n bißchen wie Christopher Reeves – ne Rampensau auf 2 Rädern… (der hatte aber wenigstens den Anstand rechtzeitig in der Versenkung abzutauchen)

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    1. Und auch an dich: erst kommentieren und über einen Verfasser ein richtiges (!) Urteil bilden, wenn man sich wirklich mit ihm/ihr auseinander gesetzt hat. Dann erübrigt sich deine fehlerhafte Einschätzung über mich ganz schnell. Aber mach’s doch mal wie du geraten hast: still und leise dir deinen Teil zu denken und anderen nicht deine oberflächliche Meinung aufdrücken ;-). Gute Nacht.

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      1. Klar kannste das jetzt ins lächerliche ziehen… Wenn man sich da durch den Blog mal durchklickt bekommt man halt den oben beschriebenen Eindruck: nicht viel Ahnung über das wovon sie schreibt. Ich bin da altmodisch: wenn jemand so einen Aufriss macht mit Blog usw. geh ich halt davon aus dass sich jemand damit auch ernsthaft beschäftigt. Aber manche haben das Motorrad nur um sich beim posing daran abzustützten 🙂

        Aber ich sags nochmal: jeder kann tun und lassen was er will. Ich könnte jetzt auch nen Blog anfangen und über XYZ schwadronieren weil ich das mal nen Sommer lang gemacht habe. Wenn dann aber halt Kritik kommt muss ich die halt ertragen und nicht Beißreflexartig zuschnappen weil es eben nicht nur positives Feedback gibt.

        Und nein… ich hab keine Ahnung was du sonst noch so im Internet treibst. Nur das wo man sich hier halt weiterklicken kann. Bei WordPress stolpert man halt leider manchmal über Sachen die man nicht so super findet… Leute die Seitenweise über Zeug schreiben von denen sie offensichtlich nicht wirklich viel Ahnung haben finde ich halt suspekt. Hat en bisschen was von Hochstapeln.

        Und zum Schluss nochmal (nicht dass es wieder vor lauter Zurückbeißen untergeht): wenn dir das Spaß macht das schreiben und du denkst dass du das sehr gut machst ist doch alles super! Man sollte dann halt aber nicht von Kritik die vielleicht negativer ausfällt wie man es sich gewünscht hätte persönlich angegriffen fühlen. Du sagst es ja selbst schon sehr treffend: man weiß ja gar nicht wie du wirklich bist. Deshalb geht die Kritik ja auch nicht gegen dich als reale Person, sondern dahingehend wie du dich im Internet präsentierst.

        In diesem Sinne: gute fahrt über den Acker! (ich geb zu, das war etwas arg spitz) 😉

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      2. Liebe/r Loui,

        ich denke ich habe deinen Kommentar mit sehr viel Humor aufgefasst ;-). Weil ich auch keinen Sinn darin sehe, etwas persönlich zu nehmen, worin ich mich nicht wiederfinden kann. Und daher beiße ich auch nicht. Ich kratze höchstens ;o).

        Du hast deine Meinung – auch wenn du mir nicht sagen kannst, warum ich eigentlich keine Ahnung habe von dem, was ich hier schreibe. Vielleicht ist es nur so ein Gefühl. Oder mein – ich geben es zu – recht plakativer Name hier.

        Ich vermute mal, dir fehlt der ein oder andere technische Aspekt? Dir ist das hier zu viel „Gelaber“? Du bist kein gefühlsbetonter Mensch? Nun gut – einen technischen Blog betreibe ich tätsachlich nicht, denn tadaa: davon habe ich keinen blassen Schimmer ;-). Dennoch kann mein Herz fürs Motorrad fahren schlagen. Und ein Blog muss keine wissenschaftliche Abhandlung über ein Thema sein – sondern fungiert als eine Art Tagebuch. Vielleicht misst du da der Sache mehr Bedeutung zu, als ich es tue. Was ich dir sagen kann ist aber: niemand könnte mit so viel Herz über etwas schreiben (wie ich es tue), wenn er es nicht wirklich fühlt. Wenn das nichts ist, worauf du dich hin angesprochen fühlst, ist das völlig in Ordnung. Wir Menschen sind verschieden :-).

        Übrigens: wenn man sich auf Kommentare wie deine äußert, heißt es IMMER: du bist nicht kritikfähig. Da kann man freundlich bleiben, gar nicht reagieren, es humorvoll nehmen oder tatsächlich zur Furie werden. Man macht es niemals recht. Niemals. Aber auch ich habe und vertrete meine Meinung und klatsche da keinen Beifall. Finde es aber auch nicht schlimm, wenn mich Menschen blöd oder unfähig finden. Denn ich mag mich ziemlich gut leiden und komme damit bestens zurecht :-). Damit hingegen kommen wieder andere nicht gut zurecht, denen es mit sich selbst nicht so geht. Und das verstehe ich.

        Ich wünsche dir, dass du noch viele Blogs lesen kannst, die dem entsprechen was du suchst und was dich interessiert. Allzeit gute, ahnungsvolle Fahrt (ja – der musste jetzt auch sein.. lach).

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    2. Ja, das ist das Problem an dem ganzen Social Media Zeugs… Da wird sich aufgeplustert als ob man das Motorrad fahren erfunden hätte, aber viel mehr als heiße Luft kommt leider nicht dabei rum… Zieht meiner Meinung nach alle (besonders Frauen) in den Dreck die sich ernsthaft mit Motorrad fahren auseinandersetzten und nicht nur darüber im Internet philosophieren.

      Aber Motorradfahren ist im Moment so „Hip“ wie nie… Auf der Welle schwimmt halt so einiges an Trittbrettfahrern mit. Alles für die Klicks, alles für die Likes! Und dann auch noch als Frau in einem vermeintlich mit Männern besetzten Hobby, da hat man halt gute Chancen sich die positiven Vibes abzuholen. Ich kenne ne ganze Reihe von Frauen die wirklich Motorrad fahren und nicht nur drüber reden. Klar, da sind auch welche dabei die sich in den sozialen Medien tummeln. Die schieben ihre Motorräder aber nicht nur aufn Acker für schöne Fotos, die fahren tatsächlich sehr gut Motorrad.

      ABER: sie hat natürlich recht. Sie kann tun und lassen was sie will im Internet, ganz ohne Frage. Das ist ja das tolle am Internet: man kann ohne groß Ahnung von was zu haben nen Blog etc. machen und rum phantasieren… Und es gibt genug Leute mit noch weniger Ahnung die das super finden. Ich weiß, ich weiß… einfach drüber weg lesen. Ich geb mir da echt Mühe!

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      1. Liebe/r Loui,

        vielen Dank für deinen Kommentar, der mir wirklich den Morgen erheitert hat ;o).

        Zuerst einmal möchte ich dir sagen, dass ich das Motorrad fahren begonnen habe – da hatte ich noch nicht mal Instagram. Geschweige denn einen Blog. Warum ich nun beides habe? Weil ich damit unheimlich viele Menschen mit diesem Lebensgefühl anstecken kann. Und weil ich sehr gut schreiben kann ;-).

        Motorrad fahren und Schreiben – zwei Dinge, die mir Spaß machen. Warum nicht kombinieren und sich daran erfreuen? Woran erfreust du dich eigentlich in deinem Leben?

        Desweiteren möchte ich dich herzlich einladen, dich auf meinem Instagram-Account und auch auf meinem Blog weiter umzusehen. Auch wenn dir Social Media zuwider ist. Wie genau bist du eigentlich nochmal auf mich aufmerksam geworden?

        Vielleicht kannst du dich ja vom Gegenteil überzeugen, wenn du dich näher mit dem beschäftigtigst, was ich hier eigentlich wirklich tue (sollte man übrigens, bevor man vorschnell jemanden einen Stempel auf die Stirn drückt 😉 ). Deine Phantasie von dir, wie ich mein Motorrad über den Acker schiebe finde ich aber eigentlich mindestens genauso spannend :o). Bitte mehr davon!

        Was mich persönlich aber auch brennend interessiert: woher weißt du das alles nur? Bröckelt meine Fassade tatsächlich? Und wie lautet die Parameter, wer ein echter Biker ist oder wer nicht? Wer die sogenannte Ahnung hat und wer nicht? Menschenkenntnis hast du jedenfalls nicht. Was übrigens auch nicht schlimm ist – solange man nicht versucht, etwas vorzutäuschen, was man nicht ist. Hab ich nicht recht ;-)?

        In diesem Sinne – die Linke zum Gruß. Im vom Acker aus, du waschecht auf der Straße. LG Marie

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  11. toller Artikel, hat mich mal wieder zum nachdenken gebracht…
    Bei Facebook habe ich ihn eben schon mit einem kleinen Schwank aus meiner Vergangenheit gepostet, vielleicht bringt es ja den einen oder anderen davon ab etwas Dummes zu machen!

    Mein Unfall jährt sich bald zum 13. mal… 13 Jahre und ich erinnere mich an jedes Detail als wäre es gestern gewesen.
    Der strahlend blaue Himmel, die Straße vor mir, das gute Gefühl unterwegs zu sein, eine sanfte Linkskurve, etwas rotes im Augenwinkel, ein lauter Knall und dann wie ich auf dem Rücken im Gras liegend den blauen Himmel mit ein paar einzelnen Wolken betrachte während langsam in mein Bewusstsein sickert was mir gerade passiert ist.
    Bis es mir klar wurde dauerte es einige Momente… ich führte eine Art selbsttest durch;
    Arme funktionieren, Helm auf!
    Rechtes Bein ok, lässt sich bewegen… Top!
    Linkes Bein… shit da stimmt was nicht, der Winkel ist garnicht gesund in dem das da liegt… dreck, das wird wohl n scheiß Tag!
    Leute kommen um mir zu helfen aber eigentlich macht es mir nur Angst wie sie mich ansehen… ein Zeitgefühl habe ich nicht mehr.
    Irgendwann taucht ein Notarzt auf, ein Kerl groß und bärtig, noch weiß ich nicht dass er mir mein Leben retten wird! Um mich herum passieren viele dringe, nichts davon nehme ich wahr, in meinem Kopf kreisen nur unsinnige Gedanken;
    Mich kotzt es gerade an dass ich meine neue Feuerwehruniform am nächsten Tag wohl nicht tragen kann.
    Aber dann schleicht sich ein Gedanke in mein Bewusstsein der mir wirklich Angst macht; „vielleicht war es das, vielleicht stobst du hier!“
    Ich hätte nie Angst vor dem Tod, weder damals noch heute. Für mich ist der Gedanke ans Sterben nichts schlimmes, es ist etwas natürliches und gehört zum Leben wie jeder Atemzug.
    Was mir in dem Moment Angst machte war, wie ein Polizist an unserer Tür klingelt um es meinen Eltern mitzuteilen… das hätten wir schon und es ist in etwa so sanft als bekäme man einen Vorschlaghammer mitten ins Gesicht gedonnert!
    So waren meine letzten Worte bevor es dunkel wurde; „Bringt es meinen Eltern schonend bei!“
    Selbst wenn es meine allerletzten Worte gewesen wären, ich war damit zufrieden…
    nach zwei Wochen Koma lief der Film wieder weiter. Monate im Krankenhaus, Jahre in Reha und Physiotherapie und ein Jahrzehnt mehr um damit klar zu kommen dass der unbeabsichtigte Fehler eines anderen Menschen das eigene Leben so heftig umgekrempelt hat wie es nur geht.

    Ich kann jeden verstehen der mir heute nen Vogel zeigt weil ich immer noch Motorrad fahre aber für mich wäre es schlimmer als jedes meiner Gebrechen diesen Teil von mir aufzugeben und nie wieder auf einem bike zu sitzen!
    Meine Absicht ist es nicht jemanden das Motorradfahren auszureden oder gar von seiner Leidenschaft abzubringen aber denkt an eure Familien und Freunde!
    Schaltet euer Hirn ein beim fahren, reißt das Gas nicht zu weit auf, trägt gescheite Klamotten und besonders wichtig; rechnet immer mit den Fehlern anderer!

    Denn eines wünsche ich keinem biker, auf dem Rücken liegend, einen blauen Himmel zu betrachten und dabei seine letzten Worte suchen zu müssen!

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