Lebenszeichen | … oder auch neudeutsch: Life-Update

Lange habe ich, zumindest hier auf meinem Blog, nichts mehr von mir lesen lassen. Und da mich immer mehr Nachrichten erreichen, was denn los sei kommt hier erstmal die frohe Botschaft: gar nichts. Oder anders gesagt: eine ganze Menge ;-).

Gebaut. Ausrede Nr. 1 für meine Schreibabstinenz ist wohl unser nun endlich vollbrachter Küchenumbau. Keine Angst – das hier wird so gut wie der einzige Punkt, der nichts mit Motorrad fahren zu tun hat ;o). Wer mir auf Instagram folgt, und sich dort regelmäßig meine Stories anschaut, wird bereits gesehen haben, was wir seit Mitte Februar gestemmt, geschaffen und gebaut haben. Ein Projekt, vor welchem ich voller Prokastination sehr lange sehr großen Respekt hatte und schließlich hat dann doch alles wie am Schnürchen funktioniert. Verblüffend. Mit unserer neuen Küche bin ich nun überglücklich! Da ist definitiv ein großer Traum in Erfüllung gegangen.

Gestartet. Die Motorradsaison ging für mich in diesem Jahr erst im April los. Darüber, dass der Winter in Deutschland so lange vorherrschte war ich gar nicht böse – Küchenumbau sei Dank. Aufs Motorrad hätten wir es eh nicht geschafft. Direkt nach Ostern lockten aber die fast schon sommerlichen Temperaturen endlich auch die letzten Schönwetterfahrer, wie wir sie wohl sind, aus ihren Löchern und Gretchen wurde aus ihrem Winterschlaf geweckt. Seitdem habe ich einige schöne Kilometer mit ihr verbracht und endlich wieder das Gefühl der Freiheit genießen können. Grinsen unterm Helm ohne Ende!

Bikergirls. Mitte April haben wir auch direkt unsere erste Mädelsausfahrt für dieses Jahr veranstaltet. Diesmal hat uns die liebe Anni ihre Lieblingsecken der sächsischen Schweiz und des Osterzgebirges gezeigt. Ein köstliches Mittagessen gab es bei unseren Landesnachbarn in Tschechien, nach welchem wir mächtig zu tun hatten, wieder in die Kombis zu passen. Danach ging es zum Mückentürmchen auf dem Komáří hůrka und anschließend über einen Eiscafébesuch an der Talsperre Malter zurück zum Startpunkt. Super Strecke, super Wetter und super Essen – was will frau mehr? Die kurvige, fast 160 km lange Route war wunderschön und anspruchsvoll zugleich. Wieder sind neue tolle Mädels zu uns gestoßen und am Ende dieses schönen Tages hatten wir alle ein Strahlen im Gesicht!

Vermisst. Vor wenigen Wochen jährte sich der 1. Todestag eines verunglückten Motorradfreundes. Und seit mehr als einem Jahr stellen wir uns noch immer die Frage: Warum? Steffen, wir denken oft an dich! Mittlerweile beginne ich zu akzeptieren, dass das wohl für immer Teil meines Lebens als Motorradfahrerin sein wird. Verluste, Unglücke, Tragödien. Es ist illusorisch zu glauben, dass man auch nur die geringste Chance hätte, Unfälle gänzlich verhindern zu können. Aber wir alle können etwas dafür tun, dass Motorrad- als auch Autofahrer bewusster am Straßenverkehr teilnehmen. Immer wieder teile ich deswegen meine Gedanken zu diesem nicht immer einfachen Thema mit euch und meine Bitten, vorausschauend und mit Köpfchen zu fahren. Jedes verlorene Leben ist eines zu viel!

Sicherheit. Unter anderem aus diesem Grund habe ich mich auch endlich dazu entschieden an einem Fahrsicherheitstraining teilzunehmen. Ende April waren wir dann einen kompletten Tag beim ADAC in Leipzig/Halle und das hat tatsächlich wahnsinnig viel Spaß gemacht! Eine Menge Aha-Erlebnisse und der ein oder andere Moment in dem ich dachte: Warum habe ich diesen Trick nicht bereits in der Fahrschule gelernt? Sorry, Henri – aber vielleicht habe ich es vor lauter Aufregung und Unfähigkeit auch einfach nur verdrängt ;o).

Auf jeden Fall kann ich jedem ein Fahrsicherheitstraining nur wärmstens empfehlen! Vor allem auch Fahranfängern! Obwohl ich mich mittlerweile als recht sichere Fahrerin einschätze, war ich mir anfangs auch nicht ganz klar darüber, was auf mich zukommt und ob ich das ohne Probleme stemmen könnte. Waghalsige Manöver alá Mission Impossible werden dort allerdings nicht erprobt. Viel eher geht es darum, sich mancher Zusammenhänge nochmals bewusst zu werden, Gefahrensituationen zu üben und kleine Tipps und Tricks für den Alltag zu erlernen. Von Fahranfänger bis Vollprofi war jeder Typ Motorradfahrer vertreten und das hat die Gruppenharmonie überhaupt nicht gestört. Eher im Gegenteil. Lasst es mich wissen, wenn ihr an einem ausführlichen Bericht über diesen Tag interessiert seid!

Studiert. Nun zu einem Thema, wozu ich so ganz unterschiedliche Reaktionen bekomme. Von „Du bist doch verrückt! Warum tust du dir das an?“ über „Du Ärmste! Das würde ich nicht machen wollen!“ zu „Toll! Ich wünsche dir viel Erfolg!“ war und ist alles dabei. Marie goes Master. Schon lange darüber nachgedacht und abgewogen beschloss ich Ende des letzten Jahres: wenn nicht jetzt, wann dann?! Also werde ich die kommenden zwei Jahre erneut und berufsbegleitend die Schulbank drücken. Übrigens wird das auch meine neue Standardausrede, wenn ich den Blog mal wieder schleifen lasse ;o).

Gepostet. Im Gegensatz zu letztem Jahr habe ich meinen Social-Media-Umgang sehr verändert. Ich poste nur noch wann und was mir gefällt. Zwanglos. Kommt zwei Wochen nichts von mir, dann weil ich das so möchte – oder eben einfach mal die Welt nicht an Teilen meines Lebens teilhaben lassen will. Ich lehne Zusammenarbeiten ab, die mir vielleicht schöne Produkte, aber keine guten Gefühle bescheren. Ich lese keine Kommentare mehr, die ich nicht lesen will. Ich entfolge Menschen, die mich stressen oder mir nicht tiefgründig genug sind. Ich kündige virtuelle Freundschaften, die eigentlich nie mehr waren als belanglose Bekanntschaften. Ich rege mich nicht mehr auf, sondern nehme vieles mit Humor.

Verliebt. Ich habe mein Herz verschenkt. Und es war Liebe auf den ersten Blick. Gezögert habe ich nicht uns eine Chance zu geben – genau dafür werde ich aber gehörig meine Komfortzone verlassen müssen. Und ich wurde ein weiteres Mal davon überzeugt: sag niemals nie und probiere genau die Dinge aus, die für dich eigentlich niemals in Frage kämen. Ich hoffe, dass ich sie euch nach einem Akt der Bürokratie bald vorstellen kann und genieße genau in diesem Moment das Gefühl kurz vor einem neuen Lebensabschnitt zu stehen, der mir Mut abverlangen und dafür weitere Lebensfreude schenken wird.

Ich hoffe euch mit diesem Update eine kleine Freunde gemacht zu haben und verabschiede mich erstmal ein paar Tage an die Ostsee. Wer immer wieder die Sehnsucht nach Neuigkeiten von mir verspürt: auf Instagram gebe ich regelmäßig meinen Senf zu wichtigen und unwichtigen Dingen ab ;o). Mein Account ist sogar über einen Webbrowser zu erreichen, wenn man nicht gewillt ist, sich die App zu installieren: https://www.instagram.com/motorradmieze/?hl=de

Viele Grüße, Marie

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2 Kommentare zu „Lebenszeichen | … oder auch neudeutsch: Life-Update

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  1. Hallo Marie, schön von dir zu hören. Küche ist wichtig aber nicht so wichtig wie Motorradfahren ;-).

    Vermisst: Gott sei dank musste ich das in meinem nahen Umfeld noch nicht mitmachen. Ich für mich habe eine eigenen Meinung zu Leben und Tod in unsere Gesellschaft. ich verstehe einfach nicht wie das in unserer Gesellschaft so ein Tabu ist. Etwas anderes sind die Umstände die zum Tode führen.

    Sicherheit: Seit ich wider angefangen habe Motorrad zu fahren mach ich jedes Jahr ein Sicherheitstraining. Man glaubt gar nicht wie man mit so grossen Tourenmotorräder umgehen kann wenn man es trainiert.

    Gepostet: Glückwunsch zu deiner Einsicht. Manch brauche 50 Jahre um so weit zu kommen oder bekommen die Einsicht gar nicht. Wohlgemerkt das hat nichts mit Selbstsucht zu tun.

    Verliebt: Glückwunsch von mir. Deine Angaben sind ein bischen wage, Ich sag dir dann ob meine Gedanken dazu ins Schwarze getroffen haben wenn du konkreter wirst.

    Update: Natürlich hat mich das sehr gefreut wieder was von dir zu hören und zu sehen wie Positiv du wieder in die Welt Schaust.
    Herzliche Grüsse
    Manni

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