Meine Motorrad-Saison 2018 | Rückblick, Unerzähltes und die Zahl 3

Das war sie also: meine 3. Motorradsaison.

Seit Jahrtausenden taucht die Zahl 3 in fast allen Kulturen und Religionen sowie deren Überlieferungen, Märchen und Erzählungen auf. Es wird dreimal auf Holz geklopft, bei der guten Fee haben wir 3 Wünsche frei (sollten wir sie jemals treffen) und dreimal lassen wir jemanden zum Geburtstag »hoch leben«.

Die 3 steht ebenso für die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Und glaubt man an Spiritualität, so ist die 3 die Zahl des Schicksals und Karmas. Sie ist kraft- und machtvoll, beinhaltet aber auch Energien des Schutzes.

Warum meine diesjährige Motorradsaison so gut zur bedetungsschweren Zahl 3 passt, möchte ich nun für euch zusammenfassen.


Der Aha-Impuls

Ein Licht ist mir definitiv beim Fahrsicherheitstraining Anfang des Jahres aufgegangen. Einher ging es mit folgendem Satz unseres Trainers: „Eines sollte euch bewusst sein: der Begriff Lenkimpuls ist eigentlich eine irreführende Begrifflichkeit.“ Und im Zuge seiner darauf folgenden Erklärungen und unserer Übungen sprang bildlich die Glühbirne über meinem Kopf auf. Während ich den Lenkimpuls vorher natürlich schon unterbewusst anwendete, denn das tun wir alle, gelang es mir nie so recht ihn auch ganz aktiv zu meinem Vorteil zu nutzen. Gewisse Übungen aus Büchern, und meine Vorstellung darüber wie es funktionieren könnte, brachten mich an dieser Stelle nicht weiter.

Mit war einfach nicht klar, dass ich den Lenkimpuls nicht nur, wie das Wort eigentlich suggeriert impulsartig, also kurzzeitig, einsetzen kann. Sondern ihn halten, verändern und vor allem aktiv so richtig kräftig beeinflussen kann, ohne das mein Motorrad Dinge tut, die ich nicht will. Ganz im Gegenteil: das es noch viel mehr tut, was ich will.

Heute erscheint mir das völlig logisch und mein Freund sagte zu mir: „Genau das habe ich dir doch immer wieder versucht zu erklären.“ Aber manchmal braucht es genau diesen einen Satz einer anderen Person, um etwas zu verstehen und in die Tat umsetzen zu können. Jedenfalls habe ich die erste Kurve außerhalb des Trainingsgeländes genommen wie eine junge Göttin. Okay – wie eine bald 30jährige Göttin, die sich wahnsinnig über die neuen Erkenntnisse gefreut hat ;o).


Girls Girls Girls | Absatz enthält unbezahlte Werbung

Wirklich schön war, dass es unsere Mädelstruppe „really.passionate riders“ wieder geschafft hat, in diesem Jahr 3 unentgeltliche Ausfahrten nur für Frauen zu organisieren und zu veranstalten. Bisher haben wir nur gute Erfahrungen damit gemacht und am meisten freut es mich, wenn die Frauen uns erzählen, dass sie sich erst nicht trauten – weil gleichgesinnten Anschluss finden einfach schwierig ist – sie sich bei uns aber direkt gut aufgehoben fühlen.

Irgendwie war ich ja schon immer ein Mensch, der sich gerne (vor allem gedanklich) denjenigen zuwendet, denen eine Sache eben nicht direkt leicht fällt. Weil ich weiß, wie sich das anfühlt und wie hoch die Frustrationsbarrieren sein können, sobald man schlechte Erfahrungen mit etwas macht. Darum liegen mir diese Ausfahrten auch so am Herzen und ich freue mich über jede, die ihren Mut zusammen nimmt und unsere tollen Touren mit ihrer Anwesenheit bereichert.

Auch die Reaktionen der Passanten sind einmalig, wenn wir irgendwo auftauchen. Von Heiratsanträgen bis hin zu Fragen wer wir sind und was das alles soll, ist so ziemlich immer etwas zum Lachen dabei. Denn bei uns kommen Mädels und Frauen zusammen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Was uns vereint ist aber nicht nur die Leidenschaft zum Motorrad, sondern die Toleranz und Akzeptanz zum Fahrstil der jeweils anderen. Hier erlebe ich keine „gut gemeinten“ Ratschläge. Hier wird offen und ehrlich kommuniziert und unsere Gruppenfahrregeln sind klar. Ohne dass Machtkämpfe ausgefochten werden. Männer – davon könnt und sollt ihr euch ruhig eine Scheibe abschneiden ;-).

Zu finden sind wir übrigens auf Facebook und Instagram. Dort kündigen wir unsere Touren im schönen Sachsen an, auf die sich Frau auch wieder in 2019 freuen kann.

Dieses Video ist während unserer Herbstausfahrt in diesem Jahr entstanden und zeigt unsere Abfahrt am MotoSoul Resort in Mutzschen. Vielen Dank für diese schöne Erinnerung und die sehr gute Bewirtung.


Allein Allein

Einer meiner schönsten Ausflüge war dieses Jahr definitiv, als ich mich im Frühling mal ganz allein mit meiner MT-07 auf den Weg machte. Während ich bisher nicht wirklich gern allein unterwegs gewesen bin, fand ich einfach immer langweilig, fuhr ich an diesem Tag meiner Nase nach. Und das war so unheimlich entspannend!

Denn leider bin ich ein sehr zeitfixierter Mensch. War ich als kleines Kind schon. Seitdem ich die Uhr kann, schaue ich ständig drauf. Rechne mir aus, wie viele Stunden ich noch für was zur Verfügung habe. Selbst für meinen (wenigen) Schlaf. Dadurch bin ich zwar immer sehr pünktlich, total gut organisiert und kann dir immer sagen, wie spät es ist, ohne auf die Uhr schauen zu müssen, weil ich ein sehr gutes Zeitgefühl entwickelt habe. Aber dieses Gefühl der Getriebenheit und des Gefangenseins in meinen eigenen Zeitangaben lässt mich oft nicht los. Und das ist einfach nur unentspannt und kontrolliert – eine Sache, die ich unbedingt noch ändern möchte. Und das Motorrad fahren hift mir dabei.

Denn eigentlich wollte ich an diesem Tag nur eine kleine Runde drehen und meinen Freund zum Mittag auf der Arbeit besuchen. Der Uni-Kram wartete zu Hause auf mich. Aber spontan wurden daraus dann einige Stunden ich, mein Motorrad und die Straße. Und Zeit, die wie im Flug verging, was mich aber nicht im geringsten interessierte. Weil ich es so sehr genoss! Ungekannte Straßen und Ortschaften, das Gefühl vom Fremdsein und sich Orientierenmüssen. Genau in dieses Gefühl versuche ich in Momenten der Zeitnot zurück zu versetzen. Und mich daran zu erinnen, wie viele Probleme der Mensch sich doch selbst macht!


K-K-Kooperationen | Absatz enthält unbezahlte Werbung

Die Zusammenarbeit mit Firmen habe ich in diesem Jahr meistens abgelehnt. Denn Kooperationen und ich, dass ist ein Fall, der mich immer wieder zum Nachdenken anreget, die oftmals sehr unschlüssig enden.

Einerseits bin ich kein quantitativ materieller Mensch und erkenne ganz oft den Mehrwert nicht, den ich da eigentlich schaffen soll. Andererseits ist es natürlich toll, wenn das was ich hier tue durch Kooperationsanfragen honoriert wird. Aber nur, wenn diese Anfragen eben auch genauso von Herzen kommen, wie das was ich über das Produkt oder die Dienstleistung berichten und schreiben soll.

Ich finde es daher erschreckend, wie viele Unternehmen glauben, dass sie uns Bloggern die Füße küssen würden, sobald sie kostenlos Sachen zur Verfügung stellen – und daran dann eine Menge Erwartungen und Anforderungen knüpfen, die ebenso eine Menge Zeit und Gehirnschmalz kosten. Welches den Unternehmen aber einen Mehrwert liefert, der dann aber im Aufwand für den Blogger in keiner Relation mehr steht.

Daher gehe ich nur noch Zusammenarbeiten ein, bei denen ich glaube authentisch (übrigens eines der nervigsten Wörter in 2018) bleiben zu können und genügend Freiraum zu haben. Außerdem ist mir die Sympathie zur Marke und zu den Personen die dahinter stehen unheimlich wichtig.

Ganz arg dankbar bin ich daher in diesem Jahr z.B. für die tolle Zusammenarbeit und den super Kontakt mit „Louis“. Das Mädchen, welches Anfang der Saison den Louis-Gutschein bei mir gewonnen hat, hat sich so sehr gefreut! Da geht mir einfach das Herz auf. Ebenso war das Kennenlernen der „Van Mell“-Bikerpflege eine absolute Bereicherung. Ich liebe Gründergeschichten und Menschen, die mit vollem Herzblut ihren Traum verwirklichen. Daher hat es mir auch viel Spaß gemacht, z.B. über „Mopedmütze“ und „Girls on Bikes“ zu berichten. Zwei Ideen von Frauen in der Motorradbranche, welche mit unheimlich viel Intuition und Innovation Neues wagen.

In diesem Jahr sind noch zwei weitere Kooperationen geplant, auf die ich mich sehr freue! Für Frostbeulen und Filmliebhaber wie mich wird das defintiv interessant :-).

Berliner Motorradtage, Bikergirl, Motorradmieze


Schlechtes Gewissen

Zu Beginn des Jahres habe ich geschrieben, dass ich in dieser Saison wieder mehr von mir hören lassen möchte. Aber genau das Gegenteil davon habe ich umgesetzt. Auch wenn ich damit auf mich und meine innere Stimme gehört habe und mich zu nichts zwingen wollte, findet ein anderer Teil von mir das etwas schade.

Im Grunde bin ich für den Moment etwas davon geheilt, hier zu viel über mich oder meine Gedanken preisgeben zu wollen. Das liegt viel weniger daran, dass mir das keinen Spaß machen würde, sondern viel mehr in der Tatsache, dass mich viele Dinge der Online-Welt immer mehr nerven. Allerdings möchte ich mich aber nicht weiterhin in aller Öffentlichkeit über genau diese Probleme aufregen. Denn dann übertrage ich meine diesbezügliche Negativität nur weiter auf euch, anstatt dieses Thema einfach dem zu geben was es verdient: es links liegen zu lassen.

Aktuell sehe ich es aber immer weniger ein, mich zur Angriffsfläche für Menschen zu machen, die genau meinen zu wissen wer und wie ich bin und wie wenig ihnen das in den Kram passt. Das betrifft nur einen minimalen Bruchteil meiner Leser. Aber diesen tollen Sommer dachte ich mir ganz oft: muss ich mir das antun? Nein, muss ich nicht. Bemeckert und verurteilt jemand anderes.

Motorradfahrerin in Colditz, Bikergirl, Motorradmieze

 


Gutes Gewissen

Aber genau das hat mich dieses Jahr anders wahrnehmen lassen. Neben all den kleinen und großen Aufgaben die ich, wie jeder andere Mensch auch, in meinem Privat- sowie Berufsleben zu bewältigen hatte, habe ich vor allem viele viele Entscheidungen für mich getroffen. Nicht immer befinde ich mich an dem Punkt, an dem ich gerne wäre. Aber das Jahr war gut so wie es war. Vor allem und gerade privat. Wegweisend.

Vielleicht werde ich dazu übergehen, viel mehr über andere/s zu berichten, als über mich selbst. Erstens, weil mir das dieses Jahr sehr viel Spaß gemacht hat und zweitens, weil ich – auch wenn man mir das vielleicht nicht glauben mag, wenn man mich persönlich nicht kennt – gar nicht so gern im Mittelpunkt stehe.

„Motorradmieze“ ist und war für mich immer nur ein Medium um auszudrücken, was es bedeutet ein tolles Hobby zu haben und das auch zu teilen. „Marie“ hingegen ist nicht nur Motorrad, sondern noch so viel um mehr. Um meine Person geht es mir also tatsächlich recht wenig, sondern viel mehr darum zu zeigen, dass wichtig es ist im Leben Dinge zu haben, die einen mit Leidenschaft erfüllen und den Alltag loslassen lassen.

2018 habe ich also wieder eine Menge dazu gelernt. Aus der Vergangenheit. Für die Gegenwart und Zukunft. Denn da war er. Der alte Teller über den ich hinaus geschaut habe. Ganz egal ob andere meinten, ich würde dadurch von seinem Rand fallen. Die Entscheidung zu unserem aktuell 3. Pferdchen im Stall, über die ich gar nicht mehr viele Worte verlieren möchte. Das habe ich bereits hier getan. Und auf genau diese Entscheidung freue ich mich am meisten in der kommenden Saison 2019.

Ganz liebe Grüße, Marie

Motorradfahrerin in Colditz, Bikergirl, Motorradmieze

 

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